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	<title>Mati&#232;re et R&#233;volution</title>
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	<description>Contribution au d&#233;bat sur la philosophie dialectique du mode de formation et de transformation de la mati&#232;re, de la vie, de l'homme et de la soci&#233;t&#233;. Ce site est compl&#233;mentaire de https://www.matierevolution.org/</description>
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		<title>Mati&#232;re et R&#233;volution</title>
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		<title>Spartakus im Kriege - Dokument 1. Die Ursachen des Weltkrieges (Herbst 1914)</title>
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		<dc:language>fr</dc:language>
		<dc:creator>Alex</dc:creator>



		<description>
&lt;p&gt;Suite de Spartakus im Kriege Einleitung &lt;br class='autobr' /&gt;
Voir une traduction en fran&#231;ais sur wikirouge &lt;br class='autobr' /&gt; Die Ursachen des Weltkrieges. &lt;br class='autobr' /&gt;
Einleitung. &lt;br class='autobr' /&gt;
Pl&#246;tzlich und unerwartet ist das entsetzliche Ungl&#252;ck des Krieges &#252;ber uns hereingebrochen, eines Krieges, wie ihn die Welt noch nie gesehen hat. &lt;br class='autobr' /&gt;
Umfang. Fast ganz Europas Steht in Waffen, Deutschland, &#214;sterreich, Ru&#223;land, Serbien, Frankreich, Belgien, England, die T&#252;rkei und vielleicht werden noch andere L&#228;nder hineingezogen werden. &lt;br class='autobr' /&gt;
Millionenheere (&#8230;)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="http://www.matierevolution.fr/spip.php?rubrique156" rel="directory"&gt;17- DEUTSCH - MATERIE UND REVOLUTION &lt;/a&gt;


		</description>


 <content:encoded>&lt;div class='rss_chapo'&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Suite de&lt;/i&gt; &lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;a href=&#034;https://www.matierevolution.fr/spip.php?article8426&amp;var_mode=calcul&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Spartakus im Kriege Einleitung&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Voir une &lt;a href=&#034;https://wikirouge.net/texts/fr/Les_causes_de_la_guerre_mondiale&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;traduction en fran&#231;ais&lt;/a&gt; sur wikirouge&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt; Die Ursachen des Weltkrieges.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einleitung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Pl&#246;tzlich und unerwartet ist das entsetzliche Ungl&#252;ck des Krieges &#252;ber uns hereingebrochen, eines Krieges, wie ihn die Welt noch nie gesehen hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Umfang.&lt;br class='autobr' /&gt; Fast ganz Europas Steht in Waffen, Deutschland, &#214;sterreich, Ru&#223;land, Serbien, Frankreich, Belgien, England, die T&#252;rkei und vielleicht werden noch andere L&#228;nder hineingezogen werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Millionenheere stehen Schon im Kampf &#8212; im ganzen harren 25-30 Millionen des Winkes, &#252;bereinander herzufallen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Technik.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Technik des Menschenmordens ist zu grauenhafter Vollkommenheit gebracht. Die kleinkalibrigen Gewehre mit ihrer furchtbaren Durchschlagskraft, die Maschinengewehre, die 900 Sch&#252;sse in der Minute abgeben, Schrapnells, Flatterminen, elektrische Dr&#228;hte, Stacheldrahtverhaue, die 42-cm-Gesch&#252;tze, die von mehr als 100 Personen bedient werden, durch Fernz&#252;ndung entladen, weil sonst der Luftdruck die Artilleristen t&#246;ten w&#252;rde, die alles zu Brei zermalmen und die &#220;berlebenden noch durch die giftigen Gase ihrer Riesengeschosse t&#246;ten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der Luft, auf dem Land, auf dem Wasser und unter dem Wasser prallen die K&#228;mpfer zusammen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;rchterliche Verluste bis Mitte September :&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;36 531 Tote, 159 165 Verwundete, 55 522 Vermi&#223;te ; 251 218 Gesamtverluste. Jetzt Ende Oktober mindestens das Dreifache dazu.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wirtschaftliche Begleiterscheinungen,&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Stockung des Verkehrs, Arbeitslosigkeit, Mangel an Lebensmitteln (Eier, Butter, Futtermittel usw.) und Rohstoffen Schon Jetzt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am bedr&#252;ckendsten ist die Ver&#228;nderung, die mit allen Menschen vor Sich gegangen zu sein scheint, bis tief in unsere Reihen hinein. Da wird auf Russen, Franzosen und Engl&#228;nder geschimpft, als ob nie ein Karl Marx gesagt h&#228;tte : Proletarier aller L&#228;nder, vereinigt euch ! Als ob wir nie am 1, Mai und auf internationalen Kongressen f&#252;r V&#246;lkerfrieden und Verbr&#252;derung eingetreten w&#228;ren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Da haben sich auch organisierte Arbeiter an der Spionen verfolgung und Ausl&#228;nder hetze der ersten Tage beteiligt. Reichstagsabgeordnete und andere &#8222;f&#252;hrende&#8220; Genossen stellen sich freiwillig oder Senden ihre S&#246;hne als Freiwillige. Parteizeitungen lassen Sich fortrei&#223;en von dem Taumel der Kriegsbegeisterung und des Chauvinismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Demgegen&#252;ber ist es Pflicht eines jeden Parteigenossen, der nicht nur zahlendes Mitglied, Sondern &#252;berzeugter Mitk&#228;mpfer war, Sich den Kopf klar zu halten, Sich nicht von dem &#228;u&#223;erlichen Drum und Dran, Sich von den &#228;u&#223;erst geschickt aufgebauten Kriegstheaterkulissen t&#228;uschen zu lassen, Sondern den Dingen auf den Grund zu gehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vor allem mu&#223; die Frage nach den Ursachen dieses Krieges aufgeworfen werden, denn aus ihnen gewinnen wir den Standpunkt f&#252;r eine richtige Beurteilung der Ereignisse, wie auch die Einsicht in die Aufgaben, die wir zur Verhinderung ihrer Wiederholung zu erf&#252;llen haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Anla&#223; und Ursache zu unterscheiden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Ermordung des &#246;sterreichischen Thronfolgers und was drum und dran h&#228;ngt, das ist nur der Funke, der ins Pulverfa&#223; fiel. Aber die Pulverf&#228;sser Standen schon lange bereit, und h&#228;tte dieser Funke nicht gez&#252;ndet, so h&#228;tte es ein anderer getan.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; Die Kriegsgefahr lauerte Seit Jahren unausgesetzt. Schon dreimal stand Europa im neuen Jahrhundert am Rande eines Krieges, w&#228;hrend des russisch-&#246;sterreichischen Konfliktes 1909 und w&#228;hrend der Marokkokrise 1906 und 1911.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Welches sind die treibenden Kr&#228;fte ? Sie sind in erster Linie wirtschaftlicher Natur und entstammen der kapitalistischen Entwicklung der letzten Jahrzehnte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ausf&#252;hrung (nur Skizziert, s, Materialangaben).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Durch die technische Entwicklung sind die Produktionskr&#228;fte ungeheuer gewachsen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Folge : Ein &#220;berflu&#223; von Produkten, f&#252;r die auf dem inneren Markt kein Absatz ist. Eine Aufspeicherung immer gr&#246;&#223;erer Kapitalien, die nach Verwertung dr&#228;ngen, aber im Inland keine gewinnbringende Anlage finden k&#246;nnen. &lt;br class='autobr' /&gt;
1. Warenexport, 2. Kapitalexport.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. 1912 f&#252;hrte Deutschland ein : 10691 Millionen Mark an Waren, darunter 5883 Millionen = 55 Prozent Roh- und Halbstoffe, 2945 Millionen = 27 Prozent Nahrungsmittel.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Kapitalexport : Nach Hilferding betrug 1906 das britische Auslandskapital 54 Milliarden, 1905 das franz&#246;sische Auslandskapital 32 Milliarden, 1906 das deutsche Auslandskapital 26 Milliarden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Gro&#223;-Kapitalisten, die Bankkonzerne borgen den Regierungen noch unentwickelter, kapitalarmer L&#228;nder Geld f&#252;r ihre Armeen, Bahn- und Stra&#223;enbauten, Bew&#228;sserungsanlagen usw.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bedingungen Hohe Zinsen, Deckung des Warenbedarfs bei den Gl&#228;ubigern, &#220;berlassung von Bergwerksrechten oder anderen Landesreicht&#252;mern. Beispiele : Englisches Kapital in &#196;gypten, franz&#246;sisches Kapital in Marokko, deutsches in der T&#252;rkei (Bagdadbahn).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Der Staat, durch die wachsenden Staatsschulden in Abh&#228;ngigkeit vom Kapital geraten, wird der H&#252;ter der kapitalistischen Interessen im Ausland :&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. dem borgenden Staat gegen&#252;ber, falls er nicht p&#252;nktlich die Bedingungen erf&#252;llt &#8212; erst &#8222;diplomatischer Druck&#8220;, dann &#8222;milit&#228;rische oder Flottendemonstration&#8220;, schlie&#223;lich Besetzung des Landes ;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. auch andern kapitalistischen Staaten gegen&#252;ber, die in dem Schuldenstaat auch ihren eigenen Kapitalisten Kapitalsanlagenm&#246;glichkeiten verschaffen m&#246;chten oder bereits vorhandene Kapitalsinteressen verteidigen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dem Ausdehnungsbestreben des Kapitals folgt die Ausdehnungspolitik der Nationalstaaten, der Imperialismus, begleitet von einer uferlosen R&#252;stungspolitik, und diese Schaffen dauernde Konfliktsherde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als besondere Ursache des jetzigen Krieges :&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Der &#246;sterreichisch-serbisch-russische Gegensatz (s. Bauer :&lt;br class='autobr' /&gt;
Der Balkankrieg und die deutsche Weltpolitik, Seite 36 und&lt;br class='autobr' /&gt;
Seite 41-44) ;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. der deutsch-englische Gegensatz (s. Bauer Seite 30 und&lt;br class='autobr' /&gt;
sozialdemokratische Flugschrift Nr. 12 : Imperialismus oder Sozialismus S. 9-11).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Schlu&#223;gedanken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kapitalistische Interessen Sind es, die zum Krieg gef&#252;hrt haben und zum Kriege f&#252;hren mu&#223;ten. Wenn wir das einsehen, k&#246;nnen wir die nationalistische Hetze nicht mitmachen, k&#246;nnen wir in die Kriegsbegeisterung nicht einstimmen, k&#246;nnen wir auf die Phrase vom &#8222;gef&#228;hrdeten Vaterland&#034; nicht hineinfallen. Unsere Aufgabe mu&#223; es vielmehr sein, Schon jetzt und noch vielmehr nach Schlu&#223; des Krieges eine intensive Aufkl&#228;rungsarbeit zu leisten. Noch viel hingebungsvoller und ernster den Kampf zu f&#252;hren gegen eine Gesellschaftsordnung,&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;die zu Solchen Greueln f&#252;hren mu&#223;te. Wir haben nur die Wahl&lt;br class='autobr' /&gt;
zwischen Kapitalismus und steter Kriegsgefahr oder &#8212;&lt;br class='autobr' /&gt;
Sozialismus und Weltfrieden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unbedingt zu empfehlendes Material :&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Radek, der deutsche Imperialismus und die Arbeiterklasse (im Bremer Verlag 1912) ;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bauer, der Balkankrieg und die deutsche Weltpolitik (Vorw&#228;rtsbuchhandlung 1912) ; j&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sozialdemokratische Flugschriften XII (Vorw&#228;rts - Verlag 1912).&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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	</item>
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		<title>Ernst Meyer (1927) Spartakus im Kriege - Einleitung</title>
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		<dc:language>fr</dc:language>
		<dc:creator>Alex</dc:creator>


		<dc:subject>Allemagne Deutschland</dc:subject>

		<description>
&lt;p&gt;Voir la traduction Spartakus dans la guerre - Introduction &lt;br class='autobr' /&gt; 1. Der vorliegende Band enth&#228;lt die wichtigsten Dokumente des Spartakusbundes bis zu seiner Umwandlung in die Kommunistische Partei Deutschlands im Dezember 1918. An der Hand von ihnen l&#228;&#223;t sich die allm&#228;hliche Losl&#246;sung dieser revolution&#228;ren Gruppe von der alten Sozialdemokratie und ihre Scheidung von der Unabh&#228;ngigen Sozialdemokratie verfolgen. Die Flugbl&#228;tter geben zugleich ein Bild von der ungeheuren illegalen und (&#8230;)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="http://www.matierevolution.fr/spip.php?rubrique156" rel="directory"&gt;17- DEUTSCH - MATERIE UND REVOLUTION &lt;/a&gt;

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&lt;a href="http://www.matierevolution.fr/spip.php?mot22" rel="tag"&gt;Allemagne Deutschland&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;div class='rss_chapo'&gt;&lt;p&gt;Voir la traduction &lt;a href=&#034;https://wikirouge.net/texts/fr/Spartakus_dans_la_guerre_:_introduction&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Spartakus dans la guerre - Introduction&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_18256 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;a href='http://www.matierevolution.fr/IMG/png/capture_d_ecran_2025-10-18_163534.png' class=&#034;spip_doc_lien mediabox&#034; type=&#034;image/png&#034;&gt; &lt;img src='http://www.matierevolution.fr/IMG/png/capture_d_ecran_2025-10-18_163534.png' width=&#034;858&#034; height=&#034;813&#034; alt='' /&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div class='spip_document_18257 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='http://www.matierevolution.fr/IMG/png/capture_d_ecran_2025-10-18_163631.png' width=&#034;556&#034; height=&#034;785&#034; alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div class='spip_document_18258 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;a href='http://www.matierevolution.fr/IMG/png/capture_d_ecran_2025-10-18_163653.png' class=&#034;spip_doc_lien mediabox&#034; type=&#034;image/png&#034;&gt; &lt;img src='http://www.matierevolution.fr/IMG/png/capture_d_ecran_2025-10-18_163653.png' width=&#034;921&#034; height=&#034;441&#034; alt='' /&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;1. Der vorliegende Band enth&#228;lt die wichtigsten Dokumente des Spartakusbundes bis zu seiner Umwandlung in die Kommunistische Partei Deutschlands im Dezember 1918. An der Hand von ihnen l&#228;&#223;t sich die allm&#228;hliche Losl&#246;sung dieser revolution&#228;ren Gruppe von der alten Sozialdemokratie und ihre Scheidung von der Unabh&#228;ngigen Sozialdemokratie verfolgen. Die Flugbl&#228;tter geben zugleich ein Bild von der ungeheuren illegalen und revolution&#228;ren Arbeit, die den Spartakusbund zum gef&#252;rchtetsten -Gegner der Imperialisten und Konterrevolution&#228;re in Deutschland machte. Sie k&#246;nnen auch heute, in der Zeit der wiederum sich steigernden Kriegsgefahr, als anfeuerndes Beispiel unerm&#252;dlicher revolution&#228;rer Arbeit dienen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Der Spartakusbund ist entstanden aus dem linken Fl&#252;gel innerhalb der SPD, der unter der F&#252;hrung von Rosa Luxemburg und Franz Mehring schon in der Vorkriegszeit nicht nur den Revisionismus und Reformismus bek&#228;mpfte, sondern auch zu den entschiedenen Gegnern des Kautsky'schen Zentrismus geh&#246;rte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Zwar kam f&#252;r den radikalen, linken Fl&#252;gel in der SPD. der ungeheuere Verrat der Kriegskreditbewilligung am 4. August 1914 ebenso unerwartet, wie f&#252;r die &#252;brigen, auf dem linken Fl&#252;gelk&#228;mpfenden Mitglieder der 2. Internationale, der auch die Bolschewiki angel&#305;&#246;rten. Aber da&#223; das &#8222;Zentrum&#8220; prak- tisch rnit dem Retor&#305;nismus gehen w&#252;rde, hatte Rosa Luxem- burg schon nach dem Jenaer Parteitag der SPD. vom Jahre 1913 in einem (von der Redaktion der Leipziger Volkszeitung zur&#252;ckgewiesenen) Artikel auf Grund der Jenaer Debatten &#252;ber den Imperialismus klar folgenderma&#223;en formuliert :&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip&#034;&gt;
&lt;p&gt;Wer diesmal zusammen mit diesem revisionistischen Drittel die Mehrheit gebildet hat, das war jene unentschlossene und schwankende Schicht der Mitte, die Bebel in Dresden, nach den bekannten Bezeichnungen des Konvents der Gro&#223;en Franz&#246;sischen Revolution, den Sumpf genannt hat (...) W&#228;hrend der ganzen letzten Periode der K&#228;mpfe mit dem Revisionismus unterst&#252;tzte der Sumpf den linken Fl&#252;gel der Partei (...) Die imperialistische Periode, die versch&#228;rften Verh&#228;ltnisse der letzten Jahre stellen uns aber vor neue Situationen und Aufgaben. (...) Hier versagt zun&#228;chst der &#8222;Sumpf&#8220;. Als konservatives Element wendet er sich jetzt genauso gegen die vorw&#228;rtsstrebende Linke, wie er sich bis jetzt gegen die r&#252;ckw&#228;rtsstrebende Rechte wendete. (...) Diese neue Konstellation ist kein Zufall, sie ergibt sich logisch aus den Verschiebungen in den &#228;u&#223;eren und inneren Bedingungen unseres Parteilebens, und wir tun gut, das Andauern dieser Konstellation vielleicht f&#252;r eine Reihe von Jahren in Aussicht zu nehmen, wenn nicht &#228;u&#223;ere Ereignisse den Gang der Entwicklung pl&#246;tzlich beschleunigen.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;4. Die von Rosa Luxemburg genannten Gr&#252;nde f&#252;hrten dazu, da&#223; am 4. August 1914 sich nur ein ganz kleines H&#228;uflein von aufrechten Genossen um Rosa Luxemburg, Franz Mehring, Klara Zetkin und Marchlewski (Karski) scharten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;5. &#8222;Die Opposition&#034;, wie sie schlechtweg von den Gegnern genannt wurde, suchte mit allen Mitteln die sozialdemokratischen- Arbeiter, die in den letzten Julitagen in ehrlicher &#220;berzeugung die Friedensdemonstrationen des Parteivorstandes mitgemacht hatten, f&#252;r sich zu gewinnen. Einige Genossen verfa&#223;ten Referentenmaterial f&#252;r die Mitglieder- und &#246;ffentlichen Versammlungen, und die Gesinnungsgenossen im ganzen Reich mit Tatsachen und Argumenten zu versorgen, da die sozialdemokratische Presse unter der doppelten Zensur der Milit&#228;rbeh&#246;rden und des Parteivorstandes der Opposition verschlossen blieb. Auch die Satire fehlte nicht, wie die Umdichtung des Sozialistenmarsches (Dokument 2) beweist. Der Parteivorstand leitete gegen den angeblichen Verfasser des Gedichtes Hermann Duncker &#171; ein hochnotpeinliches Untersuchungsverfahren ein und verbot auch bald das Referentenmaterial.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;6. Die mutige Tat der erstmaligen Ablehnung der Kriegskredite im Reichstage durch Karl Liebknecht am 2. Dezember 1914 fand in den Massen ein gewaltiges Echo. Da Liebknechts- antiimperialistische Erkl&#228;rung zu seiner Abstimmung weder in das amtliche Reichstagsprotokoll aufgenommen, noch in der ? Presse ver&#246;ffentlicht werden durfte, wurde diese Begr&#252;ndung in Tausenden von Exemplaren illegal verbreitet [Dokument 3]. Die Anh&#228;nger der Kreditbewilligung h&#252;teten sich, Liebknecht sachlich zu widerlegen. Sie begn&#252;gten sich mit dem Geschrei &#252;ber Bruch der Fraktionsdisziplin, worauf Liebknecht in einem Flugblatt [Dokument 4] nachwies, da&#223; die Revisionisten fest. entschlossen waren, sogar einem Fralktionsbeschlu&#223; auf blo&#223;e Stimmenthaltung nicht Folge zu leisten. Dem Nachweis, -was unter Parteidisziplin im echten Sinne zu verstehen ist, dient au&#223;erdem der als Sonderdruck verbreitete Artikel &#8222;Parteidisziplin&#8220; [Dokument 5] -Rosa Luxemburgs aus der von ihr gemeinschaftlich mit Mehring und Karski herausgegebenen Sozialdemokratischen Korrespondenz. Mit welchen Verleumdungen die Burgfriedenspolitiker sofort gegen die Opposition vorgingen, beweist der geharnischte Brief Mehrings an die Hamburger Parteigenossen (Dokument 6)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;7. Neben der innerparteilichen Diskussion betrachtete die Opposition die Agitation unter den Massen von vornherein als ihre Aufgabe. Eines der ersten, noch in Schreibmaschinenschrift vervielf&#228;ltigten Flugbl&#228;tter ist der Aufruf ,,Die Welt speit Blut &#034;, vom Winter 1914/15 (Dokument 7). Der Aufruf , der von dem Genossen Fritz Ausl&#228;nder vefa&#223;t ist, tr&#228;gt noch einen stark pazifistischen Charakter und &#252;bersch&#228;tzt auch die zentristischen Oppositionsstr&#246;mungen im Auslande . Aber dieser Aufruf fand trotzdem ein starkes Echo und war neben der Abstimmung Karl Liebknechts vom 2. Dezember 1914 eines der ersten Dokumente, das in- und au&#223;erhalb Deutschlands Kunde von dem Friedenswillen des deutschen Proletariats gab . Eine noch st&#228;rkere Wirkung hatte dann das von Karl Liebknecht verfa&#223;te Flugblatt ,,Der Hauptfeind steht im eigenen Land&#034; (Dokument 8) anl&#228;&#223;lich der Kriegserkl&#228;rung Italiens.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;8. Die theoretischen und praktisch-politischen M&#228;ngel des Auftretens der Opposition waren den F&#252;hrern der linken Opposition durchaus bewu&#223;t. Zur &#220;berwindung dieser Schw&#228;chen schufen Rosa Luxemburg und Franz Mehring im April 1915 ,,Die Internationale&#034; , eine Monatsschrift f&#252;r Praxis und Theorie des Marxismus, die legal erschien und sofort von den Milit&#228;r- und Justizbeh&#246;rden verboten wurde. Mehring bezeichnete in seiner Einleitung als Programm der Zeitschrift : &#8222;Selbstverst&#228;ndigung &#252;ber die K&#228;mpfe der Zeit&#034; , und Rosa Luxemburg formulierte die Aufgabe der Sozialisten knapp und treffend : Entweder Bethmann Hollweg oder Liebknecht. Entweder Imperialismus oder Sozialismus, wie ihn Marx verstand.&#034;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;9. Der sozialdemokratische Parteivorstand wu&#223;te gegen&#252;ber der vernichtenden Kritik seiner Politik nichts anderes zu sagen, als &#252;ber Zerst&#246;rung der Partei durch die Opposition zu schimpfen . Herausgeber und Mitarbeiter der Zeitschrift antworteten darauf mit einem als Flugblatt verbreiteten Protest (Dokument 9), der offensiv gehalten den Parteivorstand und seine Anh&#228;nger von neuem des Verrats an den Beschl&#252;ssen der internationalen Kongresse anklagt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;10. Wie tapfer und sicher auch sonst Franz Mehring die Klinge f&#252;hrte, beweist sein als Flugblatt verbreiteter Artikel der Bremer B&#252;rgerzeitung gegen den Umlerner Konrad H&#228;nish : &#8222;Wohin geht die Reise ?&#8220; (Dokument 10) und sein gegen den Sozialverr&#228;ter Paul Lensch gerichtetes, ebenfalls gedruckt vertriebenes Schreiben an den Parteiausschu&#223; von 12. Juli 1915 (Dokument 11)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;11. W&#228;hrend R o s a L u x e &#305;n b u r g eine bereits vor dem Kriege verh&#228;ngte einj&#228;hrige Gef&#228;ngnisstrafe wegen ihres Kampfes gegen den Militarismus antreten und Klara Zetkin wegen ihrer Antikriegs-Propaganda ins Untersuchungsgef&#228;ngnis wandern mu&#223;te, gaben sich die sozialdemokratischen F&#252;hrer auf Grund des mit Hindenburg geschlossenen Burgfriedens in immer gr&#246;&#223;ere Abh&#228;ngigkeit von dem deutschen Generalstab, Einzelne Reichstagsabgeordnete hatten schon bei Beginn des Krieges im Auslande massenhaft das deutsche Wei&#223;buch verbreitet, das von der deutschen Regierung zu ihrer und des Kaisers Reinwaschung von der Kriegsschuld zusammen gef&#228;lscht worden war. Immer schamloser wurde ihre Propaganda zugunsten des deutschen kriegf&#252;hrenden Imperialismus, und schlie&#223;lich scheuten sie sich nicht, als G&#228;ste im kaiserlichen Hauptquartier zu erscheinen, w&#228;hrend ihre Parteigenossen in den Gef&#228;ngnissen sa&#223;en und in den Sch&#252;tzengr&#228;ben verbluteten. So entstand das auf Grund von Originalphotographien zusammengestellte Flugblatt &#8222;Bilder ohne Worte&#034; (vergleiche Abbildung), das wie alle diese Flugbl&#228;tter sofort verboten wurde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;12. Im Fr&#252;hjahr 1915 hatte die Opposition bereits tiefe Wurzeln gefa&#223;t. Wie gro&#223; der Unwille selbst in den Kreisen der sozialdemokratischen Funktion&#228;re &#252;ber die Burgfriedenspolitik war, zeigt das vom 9. Juni 1915 datierte Protestschreiben an die Vorst&#228;nde der Sozialdemokratischen Partei und der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion (Dokument 12], das von etwa 1000 Funktion&#228;ren der Partei und der Gewerkschaften aus ganz Deutschland unterzeichnet wurde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;13. Das Schreiben vom 9. Juni richtete sich zwar formell nur gegen Partei- und Fraktionsvorstand, aber sachlich trat es auch die schwankenden Gestalten der Opposition, die ihren Mannesmut nur im Fraktionsk&#228;mmerlein zeigten. Das Schreiben vom 9. Juni, dem Entw&#252;rfe von Karl Liebknecht und Georg Ledebour zugrunde lagen, nahm auf die Z&#246;gernden um Ledebour in der Form und zum Teil sogar in der Sache noch R&#252;cksicht. Trotzdem war die Sprache deutlich genug ; das Schreiben endete mit einer nur wenig verh&#252;llten Androhung der Parteispaltung.Rosa Luxemburg war Gegnerin dieses Zusammengehens mit der Ledebourschen Fraktionsminderheit ; al sein paar Monate sp&#228;ter von ihr Thesen f&#252;r eine Verst&#228;ndigung der linken Opposition ausgearbeitet wurden, warnte sie Karl Liebknecht ausdr&#252;cklich, diese Thesen den Ledebour-Leuten auch nur vorzulegen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;14. Unter dem Druck des Protestschreibens vom 9. Juni bequemten sich Parteivorstand und Fraktion Anfang Juli dazu, ihrerseits Richtlinien und Aufrufe zur Friedensfrage zu erlassen. Aber es handelte sich dabei selbstverst&#228;ndlich nur um ein demagogisches Man&#246;ver. Sie sprachen vom Frieden, um zum &#8222;Durchhalten&#8220; aufzufordern und luden die Verantwortung f&#252;r die Fortsetzung des Krieges statt der eigenen Regierung den Regierungen und Sozialisten des Auslandes auf.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;15. Ihre Friedensziele waren rein imperialistisch, wie aus der ausf&#252;hrlichen Antwort der Opposition &#8222;Krieg und Proletariat&#034; [Dokument 13] hervorgeht. Wie wenig die Mitglieder von den Schritten des Parteivorstandes befriedigt waren, zeigt auch die Ansprache einer Frauen-Deputation [Dokument 14]. Gegen die unversch&#228;mten Annexions-Forderungen der Industriellen und b&#252;rgerlichen Professoren, deren Denkschriften die Opposition in Sonderabz&#252;gen verbreitete, richtete sich eine kleine Brosch&#252;re : &#8222;Der Annexionswahnsinn&#8220; [Dokument15].&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;16. Die steigende Lebensmittelnot, die immer st&#228;rkere Heranziehung der Bev&#246;lkerung zum Heeresdienst und zur Arbeit in der Munitionsindustrie, das immer frechere Auftreten der b&#252;rgerlichen Annexionisten schufen f&#252;r die Opposition einen g&#252;nstigen Boden. Die vertraulichen Informationsbriefe erschienen da er in immer rascherer Folge. Die illegalen Flugbl&#228;tter wurden in immer gr&#246;&#223;erer Auflage verbreitet und nahmen selbst die Form von Brosch&#252;ren an [vgl. Dokument 16 : &#8222;Wer hat die Schuld am Kriege ?&#8220;] Den ersten Friedensdemonstrationen vom Fr&#252;hjahr 1915 folgten solche mit gr&#246;&#223;erer Beteiligung. In den Fabriken wuchs die G&#228;rung wegen der harten Arbeit und der ungen&#252;genden Ern&#228;hrung. Die erste Zimmerwalder Konferenz von Anfang September 1915 gab den gequ&#228;lten. nach einem Ausweg suchenden Massen aller L&#228;nder die Gewi&#223;heit, da&#223; auch jenseits der Sch&#252;tzengr&#228;ben der Wille nach Kriegsbeendigung vorhanden war. Die f&#252;r die Zimmerwalder Konferenz von Karl Liebknecht gepr&#228;gte Losung : &#8222;Nicht Burgfrieden, sondern Burgkrieg&#034; schlug z&#252;ndend in die Massen. Ohne da&#223; die entschiedene Opposition um Liebknecht und Luxemburg der Plattform der um die Bolschewiki sich scharenden &#8222;Zimmerwalder Linken&#034; offiziell zustimmte, ergab sich in der Propaganda eine Ann&#228;herung an den Hauptpunkt der bolschewistischen Forderung : &#8222;&#220;berleitung des imperialistischen Krieges in den B&#252;rgerkrieg.&#034; In den illegalen Flugbl&#228;ttern f&#252;r die Massenagitation, wie zum Beispiel in dem Anfang Dezember verbreiteten Flugblatt : &#8222;Ein Ende dem Winterfeldzug&#034; [Dokument 17], gibt es noch rein pazifistische S&#228;tze. Aber bei den inneren Auseinandersetzungen innerhalb der Opposition zeigte sich eine immer deutlichere Scheidung zwischen der Gruppe um Liebknecht und Luxemburg einerseits und der Gruppe der Fraktionsminderheit um Ledebour und Adolf Hoffmann andererseits. Die Weigerung dieser beiden in Zimmerwald, eine formelle Verpflichtung auf Ablehnung der Kriegskredite unter Bruch der Disziplin einzugehen, war nicht nur in Zimmerwald von den Vertretern der Liebknechtgruppe Ernst Meyer und Berta Thalheimer aufs sch&#228;rfste bek&#228;mpft worden. Auch in Deutschland herrschte in breiteren Kreisen der Opposition eine starke Emp&#246;rung &#252;ber die Ablehnung der Taktik Liebknechts durch die Ledebourgruppe. Zwar gab es noch gemeinsame Besprechungen der Gesamtopposition. Aber beide Str&#246;mungen begannen gesondertes Informationsmaterial herauszugeben, und die eigenen Publ&#305;kat&#305;onen der Ledebour-Richtung bewiesen da- bei, wie sehr diese Richtung unter dem Ein&#64258;u&#223; des zentristischen &#8222;Sumpfes&#034; stand. -Das ist um so erkl&#228;rlicher, wenn man' sich daran erinnert, da&#223; die F&#252;hrer der Ledebour-Richtung waren : Hugo Haase, der zweimal die Begr&#252;ndung zur Bewilligung der Kriegskredite f&#252;r die Mehrheit verlesen hatte Karl Kautsky, der die 2. Internationale &#8222;im wesentlichen als ein Friedensinstrument, aber &#8222;kein wirksames Werkzeug im Kriege&#034; bezeichnete ; Eduard Bernstein ; der theoretische Begr&#252;nder des Revisionismus und ententefreundliche Pazifist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;17. Als sich endlich am 21. Dezember 1915 ein Teil der Fraktionsminderheit entschlo&#223;, dem Beispiel Liebknechts zu folgen und die Kriegskredite auch in &#246;ffentlicher Sitzung des Reichstages abzulehnen, da fiel die Begr&#252;ndung f&#252;r diesen Schritt so aus, das sie einer theoretischen Rechtfertigung der Kreditbewilliger gleichkam. Den Kampf gegen die zentristischen Auffassungen in aller &#214;ffentlichkeit empfanden die Anh&#228;nger Liebknechts ebenso als revolution&#228;re Pflicht, wie den Kampf gegen Scheidemann und Bethmann Hollweg. Die Liebknechtgruppe hatte am 1. Januar 1916 bereits eine selbst&#228;ndige gr&#246;&#223;ere Reichskonferenz unter Ausschaltung der Ledebourgruppe abgehalten. Am 27. Januar 1916 gab sie den ersten, mit dem Pseudonym Spartacus bezeichneten politischen Brief heraus, der durch den Artikel Liebknechts &#034;Die Dezember-M&#228;nner von 1915&#034; eine scharfe Abgrenzung von der Ledebour-Gruppe vornahm.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;18. Die Spartakusbriefe, die jetzt in rascher Folge erschienen, machten ein ungeheueres Aufsehen und bald bezeichnete man die Liebknecht-Anh&#228;nger, die Sich Selbst nach der Zeitschrift &#8222;Gruppe Internationale&#8220; nannten, nur noch als Spar- takus-Leute. Der Name Spartakus vereinigte im Munde des B&#252;rgers Seinen Ha&#223; gegen die kleine, aber r&#252;hrige revolution&#228;re Gruppe, im Munde der revolution&#228;ren Arbeiter der ganzen Welt aber die Achtung und Anerkennung f&#252;r den unbeugsamen, durch tausend Opfer geh&#228;rteten Willen zum Kampfe f&#252;r die evolution.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;19. Auf der Reichskonferenz vom Januar hatte die Spartakus- Gruppe als Plattform f&#252;r ihre weitere T&#228;tigkeit die von Rosa Luxemburg verfa&#223;ten Leits&#228;tze [abgedruckt auch als Anhang zu ihrer Brosch&#252;re Junius, die Krise der Sozialdemokratie] angenommen. (Bei uns abgedruckt im Dokument 18.] Diese Thesen halten zwar der Kritik L e n in s [vergleiche im Sammelband &#8222;Gegen den Strom&#034; seinen Aufsatz &#252;ber die Juniusbrosch&#252;re] nicht stand, bedeuteten aber in den entscheidenden auch von Lenin anerkannten Punkten einen gewaltigen Fort- schritt gegen&#252;ber den zentristischen Auffassungen der Ledebour-Gruppe. Ledebour und Hoffmann stie&#223;en sich gerade an der Betonung der Unterordnung der nationalen Sektionen unter die Internationale. Sie nahmen damit vorweg die Argumente, die sp&#228;ter von der Unabh&#228;ngigen Sozialdemokratie- Deutschlands gegen die 21 Bedingungen des 2. Weltkongresses erhoben worden sind. Die Spartakusgruppe betrachtete aber gerade diese angegriffenen S&#228;tze als so wichtig, da&#223; sie sie fortan als Motto den meisten ihrer Flugbl&#228;tter voransetzte. (Vgl. Rosa Luxemburgs Verteidigung der Leits&#228;tze in ihrer Brosch&#252;re : &#8222;Entweder &#8212; oder&#8220;, Dokument 18.] '&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;20. Alle Bem&#252;hungen der Ledebour-Gruppe, die Spaltung der Reichstagsfraktion und damit der Sozialdemokratischen Partei zu vermeiden, waren vergeblich. Eine harmlose Etats rede am 24. M&#228;rz 1-916 im Reichstage seitens eines Ledebour-Anh&#228;ngers f&#252;hrte zum Ausschlu&#223; der ganzen Gruppe und zur Bildung der 'Fraktion &#8222;A r b e i t s g e m e in s c h a f t&#034;. Die parlamentarische T&#228;tigkeit dieser Fraktion war und blieb aber weiter ganz kompromi&#223;lerisch. [Vgl. &#8222;Die Lehre des 24. M&#228;rz&#034;, Dokument 19.] Ledebour verteidigte im Reichstage am 15. Januar 1916 das Recht Deutschlands &#8222;auf das freie Meer&#034;, worauf die Spartakusgruppe in einem ausf&#252;hrlichen von Marchlewski verfa&#223;ten Flugblatt : &#8222;Unterseebotkrieg, V&#246;lkerrecht und V&#246;lkermord&#034; [Dokument 20] antwortete. Die Arbeitsgemeinschaft begeisterte sich weiter f&#252;r Besitzsteuern, trotzdem auch diese Besitzsteuern zur Verl&#228;ngerung des Krieges dienten. Rosa Luxemburg hatte bereits in dem oben zitierten Artikel f&#252;r die Leipziger Volkszeitung die Bewilligung von direkten Steuern f&#252;r den Militarismus als Opportunismus gebrandmarkt. Jetzt, wo es sich um die Verwendung aller Steuern f&#252;r ausgesprochene Kriegszwecke handelte, h&#228;tte der Arbeitsgemeinschaft eine richtige Stellungnahme noch leichter fallen m&#252;ssen als dem Kautsky'schen Zentrum im Jahre 1913. Das wiederum von Marchlewski verfa&#223;te Flugblatt &#8222;Die Steuerfrage&#8220; (Document 21) mu&#223;te deshalb den Arbeitern den alten sozialistischen Grundsatz &#8222;dem Militarismus keinen Mann und keinen Groschen&#8220; auch in bezug auf direkten Steuern auseinandersetzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;21. Auf einer neuen Reichskonferenz, die Mitte M&#228;rz 1916 in Berlin stattfand, wurden die organisatorische Zusammenfassung der Spartakusgruppe und ihre Aufgaben eingehend besprochen. Die dort an-genommenen Resolutionen bezeichnen im einzelnen die Stellungnahme der Spartakusgruppe zu Zimmerwald und zu den politischen Problemen der Kriegszeit. (Vgl. Spartakusbriefe. Neudruck Bd. I, Seite 99 ff.)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;22. Als die Delegierten der 2. Zimmerwalder Konferenz sich noch auf der R&#252;ckreise befanden, war der r&#252;hrigste Revolution&#228;r und Agitator des Spartakusbundes den Schergen des deutschen Militarismus in die H&#228;nde gefallen. K a r l L i e b k n e c l&#305; t hatte zu Demonstrationen am 1. Mai 1916 aufgerufen (vergleiche das von ihm verfa&#223;te Flugblatt : &#8222;Auf zur Maifeier I&#8220;, Dokument 22] und war an der Spitze der Demonstration auf dem Potsdamer Platz verhaftet worden. Ihn sch&#252;tzte nicht die Immunit&#228;t als Reichstags- und Landtagsabgeordneter. Der Reichstag selbst erteilte bereitwillig die Genehmigung zur Verhaftung und Verurteilung. Schm&#228;hlicher als die Haltung der Liberalen und der Konservativen war dabei die der sozialdemokratischen Durchhaltepolitiker. David erdreistete sich, Karl Liebknecht zu entschuldigen : Ein Hund, der laut bellt, bei&#223;e nicht. Rosa Luxemburg antwortete auf diese Infamie in einem Flugblatt &#8222;Hunde politik&#8220; [Dokument 23], dessen S&#228;tze die verlogenen Mehrheitssozialisten wie Peitschenhiebe trafen. Zur revolution&#228;ren Ausnutzung der Verhaftung Liebknechts gab der Spartakusbund eine ganze Reihe von Flugbl&#228;ttern heraus [ Dokument 24 : &#8222;Was ist mit Liebknecht&#8220;, aus der Feder Rosa Luxemburgs. Dokument 25 aus der Feder Franz Mehrings]. Gleichzeitig bereitete der Spartakusbund eine Demonstration am Tage des Prozesses Liebknechts vor. Um die Vorbereitungen zu st&#246;ren, wurden Rosa Luxemburg, Franz Mehring, wie schon vorher Marchlewski. in Schutzhaft gesteckt. Kurz vor der Demonstration wurde auch eine gro&#223;e Zahl von Vertrauensleuten des Spartakusbundes und der Arbeitsgemeinschaft, die in den Betrieben f&#252;r den Streik agitierten, ins Gef&#228;ngnis geworfen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;23. Trotzdem kamen Demonstrationen am Vortage der ersten Ver- urteilung zu 2 1/2 Jahren Zuchthaus, und am Tage des Prozesses Selbst ein gro&#223;er Proteststreik in der Munitionsindustrie Berlins und Braunschweigs zustande, (Vergleiche das Flugblatt : 21, Jahre Zuchthaus&#8220;, Dokument 26.) Dem nach Rach2 d&#252;rstenden Milit&#228;rbeh&#246;rden gen&#252;gte diese Verurteilung nicht. In zweiter Instanz wurde Liebknecht zu 4 Jahren Zuchthaus und 12 Sechs Jahren Ehrverlust verurteilt. Kurz vor der letzten Verhandlung Setzte der Spartakusbund in einem neuen Flugblatt der Arbeiterschaft noch einmal auseinander, wof&#252;r Liebknecht k&#228;mpfte und weshalb er zu Zuchthaus verurteilt wurde (Dokument 27) und forderte erneut zu einer Demonstration auf (Dokument 28). Unter dem Eindruck dieser Demonstrationen und der wachgenden Unruhe der Arbeiter Schwangen Sich die Regie- rungssozialieten zu einer &#8222;Friedenspetition&#8220; auf, die von der Spartakusgruppe als &#8222;Petition gegen den Frieden&#8220; (vgl. Dokument 29) unbarmherzig zerpfl&#252;ckt wurde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; 24. Die Versch&#228;rfung der milit&#228;rischen, wirtschaftlichen und politischen Lage in Deutschland f&#252;hrte die Machthaber zu dem Versuch, die gesamte m&#228;nnliche Bev&#246;lkerung in Form des &#8222;Vaterl&#228;ndischen Hilfsdienstes&#034; zu militarisieren und unter die Knute zu bringen. Durch ein aar soziale Schutzbestimmungen suchte man auch die Sozialdemokratie zu k&#246;dern. Welche Wirkungen dieses, im Dezember 1916 mit Zustimmung der SPD. angenommene Gesetz haben w&#252;rde, sagte das Flugblatt des Spartakusbundes : &#8222;Deutschland - ein fertiges Z u c h t h a u s I&#034; [Dokument 30] richtig voraus. Im Winter 1916/17 trat dazu eine so unerh&#246;rte Not an Nahrungsmitteln ein, da&#223; es in verschiedenen Orten zu Lebensmittel-P&#252;nderungen kam. Das Flugblatt : &#8222;Hunger !&#034; [Dokument 31] ist ein Beispiel daf&#252;r, wie die Spartakusgruppe auch diese Wirkung des Krieges zur Aufkl&#228;rung und Mobilisation der Massen auszunutzen suchte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;25. Trotz der zahlreichen Verhaftungen im Sommer 1916 entfaltete die Spartakusgruppe eine immer st&#228;rkere Agitation. Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht arbeiteten auch vom Gef&#228;ngnis aus lebhaft mit. Die Kassiber, manchmal umfangreiche Manuskripte, wanderten regelm&#228;&#223;ig aus der Zelle in die illegalen Druckereien. Seit September 1916 gelang es Leo Jogiches, die Spartakusbriefe, die bisher nur in Schreibmaschinenabz&#252;gen versandt waren, als gedruckte Zeitschrift herauszugeben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;26. Inzwischen war dem Ausschlu&#223; der Fraktionsminderheit die Spaltung der Parteiorganisation durch den Sozialdemokratischen Parteivorstand gefolgt. Der Parteivorstand hatte einer Reihe von Organisationen ihre Zeitungen geraubt. Zuletzt auch den Vorw&#228;rts, &#252;ber dessen der Arbeitsgemeinschaft zuneigende Re- daktion er bereits Seit dem Fr&#252;hjahr 1916 neben der Milit&#228;r- zensgur einen eigenen parteipolitischen Zensor eingesetzt hatte. Die Arbeitsgemeinschaft fand auch hier nicht den Mut zum offenen Auftreten. Sie wagte nicht einmal die Losung des offenen Boykotts gegen den jetzt v&#246;llig milit&#228;rfromm gewor- denen Vorw&#228;rts. Andererseits wurde die Arbeitsgemeinschaft wider Willen durch den Parteivorstand zum Zusammenschlu&#223; gezwungen. Ende September 1916 hatte noch der Parteivorstand eine Reichskonferenz einberufen, die scheinbar der Einigung der Gesamtpartei dienen Sollte. Neben den Refe- renten Ebert von der Mehrheit und H aas e von der Arbeitsgemeinschaft trat dort K&#228;te Dunker f&#252;r die Spartakusgruppe auf ; die Basis ihres Korreferats war die grunds&#228;tzliche Ab- lehnung der Vaterlandsverteidigung. Aber Schon zwei Wochen Sp&#228;ter nahm der Parteivorstand gewaltsam den Vorw&#228;rts in Besitz. Endlich entschlo&#223; Sich die Arbeitsgemeinschaft, eine von der Spartakusgruppe l&#228;nget geforderte Konferenz aller oppositionellen Gruppen&#034;) aus dem ganzen Reiche f&#252;r Anfang 1917 nach Berlin einzuberufen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;27. Die Spartakusgruppe entschloss sich damals noch nicht zur offenen Losung der Spaltung von der SPD. Aber die von ihr aufgestellten Richtlinien ihres Auftretens auf der Konferenz (vergleiche die von Jogisches verfa&#223;ten Dokumente 32 und 33) bereiteten faktisch die Spaltung vor. Der Spartakusbund verlangte nicht nur Beitragssperre gegen&#252;ber dem Parteivorstand, selbst&#228;ndige Aktionen und Organisierung einer Gewerkschaftlichen Opposition mit einem eigenen Gewerkschaftsblatt, sondern erkl&#228;rte auch grunds&#228;tzlich :&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip&#034;&gt;
&lt;p&gt;
&#8222;Die Zugeh&#246;rigkeit zu der gegenw&#228;rtigen Sozialdemokratischen Partei darf von der Opposition nur solange aufrecht erhalten werden. als diese ihre selbst&#228;ndige politische Aktion nicht hemmt. noch beeintr&#228;chtigt. Die Opposition verbleibt in der Partei. nur um die Politik der Mehrheit auf Schritt und Tritt zu bek&#228;mpfen und zu durchkreuzen. . .&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;28. Aber auch gegen&#252;ber der Arbeitsgemeinschaft behielt sich die Spartakusgruppe oder &#8222;Gruppe Internationale&#034;, wie sie sich noch immer nannte, ihre v&#246;llige Handlungsfreiheit und ihre gesonderte organisatorische Existenz vor.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; Die gleichen Vorbehalte machte die Spartakusgruppe bei dem Eintritt in die Anfang April 1917 in Gotha gegr&#252;ndete Unabh&#228;ngige Sozialdemokratie Deutsch- lands. Die Meinungen &#252;ber die Zweckm&#228;&#223;igkeit des Eintritts in die USP. waren innerhalb der Spartakusgruppe keineswegs einheitlich. Nicht nur blieben die zur Zimmerwalder Linken z&#228;hlenden Bremer Linksradikalen der USP, fern ; auch eine ganze Reihe von Spartaknsorganisatior&#305;en folgten nur widerwillig und zum Teil gar nicht den auf Eintritt lautenden Beschl&#252;ssen der Spartakusl-&#305;onferenz, die kurz vor dem Gr&#252;ndungsparteitag der USP ebenfalls in Gotha stattfand.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;29. Zwar hat die Spartakusgruppe ihre organisatorische Selb- St&#228;ndigkeit und ihre politische Handlungsfreiheit auch nach dem Eintritt in die USP. voll bewahrt, aber auf der letzten Reichs konferenz der Spartakusgruppe Anfang Oktober 1918 war die allgemeine Ueberzeugung so, wie sie in dem Bericht &#252;ber diese Konferenz (im letzten Spartakusbrief vom Oktober 1918) formuliert wird : ;&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip&#034;&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Es wurden die Erfahrungen &#252;ber die Zusammenarbeit mit der Unab- h&#228;ngigen Partei ausgetauscht, G&#252;nstige Erfolge Sind in keinem Orte mit der USP. gemacht worden. Nur in den Orten, wo sich die Organisation der USP. v&#246;llig in den H&#228;nden von Spartakusanh&#228;ngern befinden, Sind die Genossen mit dem in Gotha vollzogenen Zusammenschlu&#223; zufrieden.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;30. &#196;hnlich hatte Sich Schon Franz Mehring in Seinem Brief an die Bolschewiki vom 3, Juni 1918 (erschienen in der Peters- burger &#8222;Prawda&#8220; vom 13, Juni) ausgesprochen :&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip&#034;&gt;
&lt;p&gt;&#8222;im Gegengatz zu der Unabh&#228;ngigen Sozialdemokratie hat die Gruppe Internationale gleich bei Beginn des Krieges allen Illusionen Valet gesagt und in ihren Thesen und anderen programmatischen Erkl&#228;rungen nie vergessen, da&#223; nach dem schrecklichen Zusammenbruch vom 4. August 1914 -der v&#246;llige Neuaufbau der Internationale m&#246;glich und notwendig ist...&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nur einen Fehler haben wir gemacht, n&#228;mlich den, da&#223; wir nach Gr&#252;ndung der Organisation der Unabh&#228;ngigen Sozialdemokratie uns ihr angeschlossen haben, selbstverst&#228;ndlich unter Wahrung unseres eigenen Standpunktes, in der Hoffnung, da&#223; es uns gelingen wird, Sie vorw&#228;rts zu treiben. Auf diese Hoffnung haben wir schon lange verzichten m&#252;ssen.&#8220; (Zitiert nach der Leipziger Volkszeitung vom 4. Juni 1918.)&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;31. Der Gr&#252;ndungsparteitag der USP. in Gotha stand schon Stark unter dem Einflu&#223; der russischen Februarrevolution von 1917. Aber man verabs&#228;umte es dort, die Lage in Ru&#223;land zu analysieren und die entsprechenden Lehren zu ziehen. Die USP.-F&#252;hrer brachten nicht mehr auf als ein paar Sympathie-erkl&#228;rungen. Aber sie dachten nicht daran, die Konsequenzen f&#252;r Deutschland zu ziehen. Die Losung der Republik durch Revolution oder gar der proletarischen Diktatur blieben unausgesprochen, Am 8. April schrieb das Mitteilungsblatt der Arbeitsgemeinschaft bzw. USP. f&#252;r Berlin w&#246;rtlich folgendes :&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip&#034;&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Darum ist es auch falsch, die revolution&#228;ren Mittel des eigenen Landes Schematisch auf ein anderes Land &#252;bertragen zu wollen... Wir haben mit anderen Verh&#228;ltnissen zu rechnen als dr&#252;ben in Ru&#223;land ; der Kampf um unsere innere Freiheit mu&#223; daher andere Formen annehmen. Dieser Kampf hat in diesen Tagen unter dem moralischen Eindruck der Vorg&#228;nge in Ru&#223;land auf parlamentarischen Boden eingesetzt.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;32. Rosa Luxemburg antwortete darauf in den Spartakusbriefen vom Mai 1917 treffend. &#8222;Also ein unzweideutiges Bekenntnis zu der Weisheit : In Ru&#223;land macht man Revolutionen, in Deutschland hingegen &#8222;k&#228;mpft&#8220; man im Reichstag.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;33. Die Reform des preu&#223;ischen Dreiklassenwahlrechts wurde vom Landtag abgelehnt. Auf einen Massenstreik Berliner Arbeiter vom April 1917 folgten nur leere Versprechungen der Regierung auf erh&#246;hte Nahrungsmittel-Rationen (vergleiche Dokument 34). F&#252;r das Volk hie&#223; es trotz russischer Revolution so, wie die Ueberschrift eines illegalen Flugblattes lautete : &#8222;Weniger Brot, keine Rechte, neue Steuern&#8220; (Dokument 35). Und wo gar revolution&#228;re Soldaten sich politisch bet&#228;tigten, wurden sie blutig bestraft. Selbst die Erhebung der Matrosen im Sommer 1917, die mit der Erschie&#223;ung von Reichpietsch und K&#246;bis endete, fand indessen bei den Abgeordneten der USP. eine so lahme und feige Verteidigung, da&#223; sie einer Verurteilung gleichkam. Der Spartakusbund dagegen trat offen f&#252;r diese Vorl&#228;ufer der Novemberemp&#246;rer ein (vgl. Dokument 36).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;34. Ernster als die USP. fa&#223;te der Spartakusbund die Februarereignisse in Ru&#223;land auf. Er gab neben verschiedenen Flug- bl&#228;ttern (vgl. Dok. 37 u. 38) ein Sonderheft der Spartakusbriefe &#252;ber die Februarrevolution heraus, das neben Dokumenten einen Leitartikel ,,Der alte Maulwurf &#034; &#252;ber die allgemeine Bedeutung der Februarrevolution enth&#228;lt. Rosa Luxemburg sucht in ihren Artikeln &#252;ber die russische Revolution die keineswegs immer richtige Analyse der Situation zu einem Appell an die revolution&#228;re Aktionsf&#228;higkeit auszum&#252;nzen. Es gibt keinen anderen Weg zum Frieden , als die Revolution - diesen Satz variiert sie immer wieder, um die deutsche Arbeiterschaft aufzur&#252;tteln. Gleichzeitig reizen sie die Vorg&#228;nge in Ru&#223;land zu immer neuen Erkl&#228;rungen und Voraussagen . So besch&#228;ftigt sie sich in dem Spartakusbrief vom August 1917 unter dem Titel : ,,Brennende Zeitfragen &#034; in einem besonderen Abschnitt mit der notwendigen Entwicklung der russischen Revolution zur Diktatur des Proletariats und erkl&#228;rt da- bei, also mehr als drei Monate vor der Novemberrevolution, w&#246;rtlich folgendes :&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip&#034;&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Das neue Koalitionsministerium wird kraft der inneren logischen Entwicklung &#252;ber kurz oder lang einer rein Sozialistischen Regierung, d. h. der tats&#228;chlichen und formellen Diktatur des Proletariats Platz machen m&#252;ssen &#8220;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;35. Die vollst&#228;ndig richtige Erkenntnis der Entwicklung in Ru&#223;- land wurde Rosa Luxemburg allerdings verwehrt durch die Ab- lehnung des Selbstbestimmungsrechtes der V&#246;lker, die Ver- neinung der M&#246;glichkeit der Aufrechterhaltung der proletari- Schen Diktatur in einem Lande ohne Sofortige Weltrevolution und durch die Verkennung der revolution&#228;ren Wirkungen des Friedens von Brest-Litowsk auch f&#252;r Deutschland.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;36. Diese Fehler gehen aus dem Spartakusbrief vom Januar 1918 trotz der auch darin enthaltenen Anerkennung f&#252;r die Leistungen der Bolschewiki deutlich hervor. Wie gl&#228;nzend Rogsa Luxemburg dennoch die Tat der Bolschewiki im revolution&#228;ren Sinne auszun&#252;tzen verstand, zeigt der Artikel : &#8222;Die geschichtliche Verantwortung&#8220; in der gleichen Num- mer der Spartakusbriefe.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;37. Da&#223; Rosa Luxemburg's Kritik an den Bolschewiki keineswegs von allen Spartakus Anh&#228;ngern geteilt wurde, zeigt die von mir als dem damaligen Herausgeber der Spartakusbriefe geschriebene redaktionelle Anmerkung zu ihrem Artikel. &#8220; Die russische Trag&#246;die&#8220; aus den Spartakusbriefen vom September 1918, worin ich von der Kritik Rosa Luxemburgs abr&#252;ckte, was der allgemeinen Stimmung in den Spartakus kreisen entsprach.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;38. Kennzeichnender f&#252;r die Spartakusgruppe als die Kritik Rosa Luxemburgs an den Bolschewiki in den illegalen Spartakusbriefen waren die uneingeschr&#228;nkten Solidarit&#228;tserkl&#228;rungen Franz Mehrings und Klara Zetkins mit den Bolschewiki in den legalen Presse, Ende Mai und Anfang Juni 1918 ver&#246;ffentlichte Franz Mehring in der Leipziger Volkszeitung vier Artikel : &#8222;Die Bolschewiki und wir&#8220;, worin er nachwies, da&#223; die weltgeschichtliche Leistung der Bolschewiki als eine Durchf&#252;hrung und Fort- Setzung des Marxismus durchaus zu begr&#252;&#223;en und zu unter- St&#252;tzen ist. Mehring verteidigte in diesen Artikeln die Unterzeichnung des Friedens von Brest - Litowsk mit folgenden Worten :&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip&#034;&gt;
&lt;p&gt; &#8222;Will man den Bolschewiki einen Vorwurf daraus machen, da&#223; sie den Krieg nicht fortgesetzt haben, statt Sich dem Frieden zu Brest-Litowsk zu unterwerfen, so mu&#223; man nachweisen k&#246;nnen, da&#223; die Fortsetzung des Krieges eine europ&#228;ische Revolution hervorgerufen haben w&#252;rde. Wer legen Nachweis f&#252;hren zu k&#246;nnen glaubt, der mag den ersten Stein auf die Bolschewiki werfen, Aber bisher ist der Nachweis noch nicht einmal Versucht, geschweige denn gef&#252;hrt worden, da&#223; diese einzige Voraussetzung eines Erfolges auch nur im Bereich einer entfernten M&#246;glichkeit gelegen h&#228;tte, Fehlte sie aber, so w&#228;re die Fortf&#252;hrung des Krieges auf ein Verbluten der russischen Revolution hinausgekommen &#8212; zugunsten des Imperialismus der Entente, den die Bolschewiki mit Recht nicht minder hassen als den Imperialismus der Mittelm&#228;chte.&#8220; (Leipziger Volkszeitung vom 1. Juni 1918.)&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;39. In Seinem Schlu&#223;artikel &#228;u&#223;ert Sich Mehring dahin : :&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Selbst wenn man von allem Sozialismus absieht, mu&#223; schon jeder, der einen demokratischen Verst&#228;ndigungsfrieden nicht blo&#223; mit dem Maule w&#252;nscht, die Befestigung und Erhaltung der bolschewistischen Herrschaft in Ru&#223;land aufs dringendste zu f&#246;rdern Suchen ; von einem solchen Frieden unaufh&#246;rlich zu Schwatzen und dabei einen dicken Trennungsstrich zwischen Sich und die Bolschewiki zu ziehen, ist der Gipfel jener hoffnungslosen Konfusion, den nur Scheidemann und Seine Gefolgschaft zu erklimmen vermag. Die Bolschewiki sind die einzige russische Partei, die vollkommen B&#252;rgschaft f&#252;r einen demokratischen Verst&#228;ndigungsfrieden bietet, die vollkommen hieb- und stichfest ist gegen allen und jeden Imperialismus, gegen den englischen Imperialismus nicht minder als gegen den deutschen.&#8220; (Leipziger Volkszeitung vom 17, Juni 1918.)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;40. In dem schon erw&#228;hnten Schreiben Mehrings vom, 3. Juni 1918 hei&#223;t es zum Schlu&#223; :&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034; Ich schreibe diesen Brief, indem ich einem Wunsche nachkomme, der wiederholt aus den Kreisen der Gruppe Internationale ge&#228;u&#223;ert worden ist : um unseren russischen Freunden und Gesinnungsgenossen zu Sagen, da&#223; wir mit ihnen allen durch die Bande leidenschaftlicher und tiefster Sympathie verbunden ind, und da&#223; wir in ihnen und nicht in den Gespenstern der &#8222;alten erprobten Taktik&#8220; die st&#228;rksten Vork&#228;mpfer der neuen Internationale erblicken.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;41. Ganz &#228;hnlich hat : Sich wiederholt Klara Zetkin &#246;ffentlich, z. B. in Artikeln der Frauenbeilage der Leipziger Volkszeitung ge&#228;u&#223;ert : Sie Sandte au&#223;erdem an eine Konferenz der USP., an der sie pers&#246;nlich nicht teilnehmen konnte, einen ausf&#252;hrlichen Brief ; in dem Sie in leidenschaftlicher Sprache f&#252;r die Bolschewiki und gegen die Kritik der Martow, Kautsky, Str&#246;bel an den Bolschewiki. auftrat. In diesem Brief verteidigt sie die Aufl&#246;sung der Konstituante, den Frieden von Brest-Litowsk, den roten Terror, wie &#252;berhaupt die gesamte Politik der Bolschewiki. Die ersten und die Schlu&#223;-S&#228;tze dieses Briefes fassen ihre Stellung dahin zusammen :&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip&#034;&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Mit Entschiedenheit und Sympathie bin ich f&#252;r die Bolschewiki eingetreten, je klarer und befestigter in mir die Erkenntnis wurde von dem gro&#223;en geschichtlichen Wesen und der weitreichenden Bedeutung des k&#252;hnen bolschewistischen Unterfangens. Ich erblicke und bewerte in diesem den zur Faust zusammengeballten, den tatgewordenen Willen, sozialistische Auffassung, Sozialistische Grunds&#228;tze von den gesellschaftlichen Dingen aus dem luftigen Reich der Ideen in die harte Wirklichkeit zu &#252;bertragen, die Entwicklung eines ganzen gro&#223;en Volkes auf dem k&#252;rzesten Wege plan- m&#228;&#223;ig, bewu&#223;t in der Richtung zur Sozialistischen Ordnung zu orientieren, ,. &lt;br class='autobr' /&gt;
Das Werk der Bolschewiki mu&#223; als Ganzes betrachtet und gew&#252;rdigt werden ; als die konsequente Auswirkung eines zersetzenden Willens. Der heutige Stand der revolution&#228;ren Dinge in Ru&#223;land ist die konsequente Fortentwicklung der Novemberrevolution, ist das Ausleben der Grunds&#228;tze, von denen ihre Vork&#228;mpfer und F&#252;hrer geleitet wurden, der Taktik und Methoden, die Sie zur Anwendung bringen.&#8220; (Zum Teil erschienen in der Frauenbeilage der- Leipziger Volkszeitung.)&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;42. Es Sei hier gleich vorweggenommen, da&#223; der Spartakusbund jederzeit f&#252;r die Bolschewiki eine uneingeschr&#228;nkte Pro- paganda machte. So verbreitete er die von Bucharin verfa&#223;ten und in Kopenhagen gedruckten) &#8222;Thesen &#252;ber die sozialistische evolution (Dokument 53).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;43. Die Schlu&#223;folgerungen, die der Spartakusbund aus den revolution&#228;ren Vor&#228;ngen in Ru&#223;land zog, war die planm&#228;&#223;ige Vor- bereitung der Revolution in Deutschland. (Vergl. &#8222;Die Stunde der Entscheidung&#8220;, Dokument 39.)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;44. Die erste praktische Auswirkung fand die russiSche Ok- toberrevolution in Deutschland in dem gro&#223;en Massenstreik vom Januar 1918 zur Zeit von Brest-Litowsk. Hier zeigte Sich die illegale Leistungsf&#228;higkeit des Spartakusbundes auf Seiner ganzen H&#246;he, Innerhalb weniger Tage brachte der Spartakusbund eine ganze Anzahl von Flugbl&#228;ttern heraus, von denen wir nur Sieben (Dokument 40 bis 46) abdrucken. Zwar kogstete dieser Streik dem Spartakusbund eine gro&#223;e Zahl von Opfern, deren schmerzlichstes die Verhaftung des Hauptorganisators des Spartakusbundes, des Genossen Leo Jogiches im M&#228;rz 1918 war, Aber dieser Streik war zugleich die erste gro&#223;e Kraftprobe der revolution&#228;r gestimmten Arbeiterschaft mit dem deutschen Imperialismus, ein Wetterleuchten, das bereits die revolution&#228;ren Novembertage Deutschlands ank&#252;ndigte. Die organisatorische Vorbereitung dieses Streiks lag zum gr&#246;&#223;ten Teil in den H&#228;nden der mehr unter dem Einflu&#223; der USP. Stehenden revolution&#228;ren Obleute Gro&#223;-Berlins, einer Art vorrevolution&#228;ren Arbeiterrats. Die Sozusagen parlamentarische F&#252;hrung des Streiks hatten einige USP.-Abgeordnete wie Haage und Dittmann ; und selbst einige Sozialdemokraten und Gewerk- Schaftsf&#252;hrer nahmen Sich scheinbar der Streikenden an, aller- dings, um, wie Wels im Magdeburger Ebert-Proze&#223; im Jahre 1925 zynisch bekannte, die Bewegung abzuw&#252;rgen, oder wenigstens in das ruhige Fahrwasser eines rein wirtschaftlichen Streiks ohne politiseche Konsequenzen zu leiten. Aber die USP. onnte aus dem Streik nicht allzu viel gewinnen, weil ihr '&#252;hrer Dittmann, der w&#228;hrend des Streiks verhaftet wurde, Sich vor dem Kriegsgericht so Schm&#228;hlich benahm, da&#223; er zwar anders wie Liebknecht mit einer Festungsstrafe davonkam, aber &#252;r auch das Vertrauen der revolution&#228;ren Arbeiter zu sich und der USP-F&#252;hrung einb&#252;&#223;te.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;45. Im Laufe des Jahres 1918 galten die Hauptanstrengungen es Spartakusbundes in engster Verbindung mit den Berliner revolution&#228;ren Obleuten der Bewaffnung von proletarischen Sto&#223;trupps zur Vorbereitung des bewaffneten Umsturzes. Der Boden f&#252;r die revolution&#228;re Propaganda war bereits 50 gelockert, da&#223; es den Provinzorganisationen des Spartakusbundes verh&#228;ltnism&#228;&#223;ig leicht fiel, mit eigenen Kr&#228;ften ohne Unterst&#252;tzung der Zentralstelle Flugbl&#228;tter herauszugeben, Zentrale und Provinzorganisationen widmeten Sich jetzt auch eifrig der Agitation unter den Soldaten in der Kaserne, in der Etappe und im Sch&#252;tzengraben. Beispiele der Soldatenpropaganda sind neben dem Streikaufruf (Dokument 43) das Flugblatt : &#8222;Der deutsche Soldat als Henker der Freiheit&#8220; (Dokument 47) vom Fr&#252;hjahr 1918 und der Aufruf : Kameraden erwacht !&#8220; (Dokument 48) vom Sommer 1918, In den Flugbl&#228;ttern kehrt immer h&#228;ufiger die Forderung des revolution&#228;ren Massenstreiks wieder (vgl. Dokument 49), der als Vorbereitung es revolution&#228;ren Aufstandes gedacht war. Sobald die Sozialdemokratie in die Regierung eintritt, wirft Sich der Spartakus- und diesem neuen Verwirrungsversuch an den Massen entgegen und beweist an der Hand der Erfahrungen &#252;ber die Sabotage der Amnestie, wie es mit der Demokratie der neuen Volksregierung aussieht (vgl. Dokumente 50 bis 52).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;46. Diese Propaganda wird in den mehr theoretisch gehaltenen Spartakusbriefen erg&#228;nzt durch eine &#228;tzende Kritik der Friedensillusionen der USP., die sich, je verzweifelter die milit&#228;rische Lage Deutschlands wurde, zusammen mit den Rechts- Sozialisten ganz auf den Boden der Wilsonschen T&#228;uschungspolitik stellte (vergleiche den Artikel : &#8222;Friedensbedin-gungen&#8220; aus den Spartakusbriefen vom Oktober 1918).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;47. Seit der Anwesenheit der russischen Botschaft in Berlin drangen jetzt auch Schriften Lenins, Trotzkis und Bucharins in deutscher Sprache nach Deutschland und wurden in den Spartakuskreisen eifrig verbreitet. Von Genossen Bucharin wurden daneben f&#252;r die deutschen Arbeiter spezielle Thesen &#252;ber die Sozialistische Revolution und die Aufgaben des Proletariats w&#228;hrend Seiner Diktatur in Ru&#223;land verfa&#223;t (Doku- ment 53).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;48. Anfang Oktober kam in Erwartung der unmittelbar bevorstehenden revolution&#228;ren Ereignisse die organisatorische Ann&#228;herung zwischen dem Spartakusbund und den &#8222;Linksradikalen Deutschlands&#8220; (Gruppen in Hamburg und Bremen) auf einer gemeinsamen Konferenz in Berlin zustande (vergleiche ihren gemeinsamen Aufruf, Dokument 54). Sobald der revolution&#228;re Aufstand der Matrosen in Nordwestdeutschland (vgl. Dok. 55 und 56) ausbrach, wird die Forderung der R&#228;tediktatur der Zentralpunkt der Spartakusorganisation (vergleiche den Aufruf vom 7, November, Dokument 57), Diese Forderung trennte auch nach dem Sturz der Monarchie in Deutschland den Spartakusbund von der SPD,, die Sich bewu&#223;t auf den Boden der b&#252;rgerlichen Demokratie stellte, und von der USP,, die in ihrer Konfusion eine Vers&#246;hnung des Sowjetsystems und des b&#252;rger- lichen Parlamentarismus propagierte. Mit diesem Flugblatt endete die glorreiche T&#228;tigkeit der Spartakusgruppe w&#228;hrend der Kriegszeit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;49. Die Flugbl&#228;tter des Spartakusbundes in der Revolution werden in einem besonderen Bande gesammelt erscheinen. Beide Teile zusammen bilden &#8212; neben dem Neudruck der Spartakusbriefe &#8212; eine Erg&#228;nzung zu meiner in K&#252;rze erscheinenden &#8222;Geschichte der Kommunistischen Partei Deutschlands&#8220;.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Merkel heuchelt Mitleid mit Fl&#252;chtlingen</title>
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		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Robert Paris</dc:creator>



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&lt;p&gt;&#8222;Merkel hat endlich die richtigen Worte gefunden&#8220;, &#8222;Merkels Worte machen Mut&#8220; und &#8222;Pl&#246;tzlich Fl&#252;chtlingskanzlerin&#8220; lauten die Schlagzeilen zur traditionellen Sommer-Pressekonferenz, die die Bundeskanzlerin am Montag in Berlin gab. Die Hauptstadtpresse fiel in Entz&#252;cken, weil Merkel von der &#8222;Menschenw&#252;rde&#8220; und dem &#8222;unfassbaren Leid&#8220; der Fl&#252;chtlinge sprach, das Fl&#252;chtlingsproblem als &#8222;nationale Aufgabe, die jeden angeht&#8220;, bezeichnete und ausl&#228;nderfeindlichen Gewaltt&#228;tern &#8222;mit der ganzen H&#228;rte (&#8230;)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="http://www.matierevolution.fr/spip.php?rubrique156" rel="directory"&gt;17- DEUTSCH - MATERIE UND REVOLUTION &lt;/a&gt;


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 <content:encoded>&lt;div class='rss_chapo'&gt;&lt;p&gt;&#8222;Merkel hat endlich die richtigen Worte gefunden&#8220;, &#8222;Merkels Worte machen Mut&#8220; und &#8222;Pl&#246;tzlich Fl&#252;chtlingskanzlerin&#8220; lauten die Schlagzeilen zur traditionellen Sommer-Pressekonferenz, die die Bundeskanzlerin am Montag in Berlin gab. Die Hauptstadtpresse fiel in Entz&#252;cken, weil Merkel von der &#8222;Menschenw&#252;rde&#8220; und dem &#8222;unfassbaren Leid&#8220; der Fl&#252;chtlinge sprach, das Fl&#252;chtlingsproblem als &#8222;nationale Aufgabe, die jeden angeht&#8220;, bezeichnete und ausl&#228;nderfeindlichen Gewaltt&#228;tern &#8222;mit der ganzen H&#228;rte des Rechtsstaates&#8220; drohte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Tats&#228;chlich hat sich die Politik der Bundesregierung nicht ver&#228;ndert. Sie ist weiterhin von brutaler R&#252;cksichtslosigkeit gegen die Fl&#252;chtlinge gepr&#228;gt, die aus den Kriegsgebieten im Nahen Osten und Afrika um ihr Leben fliehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Merkel selbst hat sich monatelang nicht zum Schicksal der Fl&#252;chtenden und den Brandanschl&#228;gen auf Fl&#252;chtlingsunterk&#252;nfte ge&#228;u&#223;ert. Noch Mitte Juli erregte ein Video Aufsehen, das zeigt, wie Merkel eine pal&#228;stinensische Sch&#252;lerin zum Weinen bringt, indem sie ihr in gef&#252;hllosem B&#252;rokratendeutsch auseinandersetzt, weshalb sie trotz ihrer hervorragenden Schulleistungen m&#246;glicherweise abgeschoben wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dass Merkel nun einen anderen Ton anschl&#228;gt, hat im Wesentlichen zwei Gr&#252;nde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zum einen hat sie die Stimmung in der Bev&#246;lkerung v&#246;llig falsch eingesch&#228;tzt. Trotz eifrigem Bem&#252;hen, insbesondere der s&#228;chsischen CDU und der bayrischen CSU, ist es der Regierung nicht gelungen, in gr&#246;&#223;erem Umfang ausl&#228;nderfeindliche Stimmungen zu sch&#252;ren. Den Fl&#252;chtlingen str&#246;mt eine Welle der Hilfsbereitschaft entgegen, die durch Brandanschl&#228;ge und Neonazi-Demonstrationen vor ihren Unterk&#252;nften eher noch verst&#228;rkt wurde. Viele Menschen verstehen instinktiv, dass die Fl&#252;chtlinge Opfer einer Politik sind, die auch sie bedroht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Merkels geheucheltes Mitgef&#252;hl dient dazu, diese Stimmungen aufzufangen. Die Pfarrerstochter aus der DDR ist darin ge&#252;bt. Sie verdankt ihren erstaunlichen politischen Aufstieg nicht dem Kampf f&#252;r eigene &#220;berzeugungen, sondern der F&#228;higkeit zu beobachten, abzuwarten und sich an den vorherrschenden Trend anzupassen, um ihn dann in eine reaktion&#228;re Richtung zu lenken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zum anderen k&#246;nnte die Regierung, selbst wenn sie m&#246;chte, den Zustrom von Fl&#252;chtlingen nicht sofort eind&#228;mmen. Das Dublin-Verfahren, das Asylbewerber jahrelang von Deutschland ferngehalten hat, ist praktisch zusammengebrochen. Das 1997 in Kraft getretene &#220;bereinkommen schreibt vor, dass Fl&#252;chtlinge in dem EU-Land Asyl beantragen und bleiben m&#252;ssen, indem sie zuerst europ&#228;ischen Boden betreten. F&#252;r Deutschland, das keine Au&#223;engrenzen zu den Regionen besitzt, aus denen die meisten Fl&#252;chtlinge kommen, war dies &#228;u&#223;erst vorteilhaft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die massive Zustrom von Fl&#252;chtlingen aus Syrien und anderen L&#228;ndern, die durch die milit&#228;rischen und politischen Eingriffe der westlichen M&#228;chte zerst&#246;rt worden sind, hat das Dublin-Verfahren zum Einsturz gebracht. Die Fl&#252;chtenden werden abwechselnd mit brutaler Gewalt am &#220;berqueren von Grenzen gehindert und so schnell wie m&#246;glich ins n&#228;chste Land weitertransportiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das beginnt auf den griechischen Inseln, wo die Fliehenden nach der &#220;berfahrt &#252;ber die &#196;g&#228;is unter uns&#228;glichen Bedingungen hausen, und setzt sich fort an der Grenze zu Mazedonien, an der Grenze zu Serbien und an der Grenze zu Ungarn.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die ungarische Regierung hat die Grenze zu Serbien inzwischen mit einem hohen Zaun abgeriegelt und erw&#228;gt den Einsatz des Milit&#228;rs. Der Hauptbahnhof von Budapest wurde zeitweise blockiert und von Fl&#252;chtlingen ger&#228;umt. Am Montag konnten dann Tausende verzweifelte Fl&#252;chtlinge v&#246;llig &#252;berf&#252;llte Z&#252;ge besteigen, bevor der Bahnhof erneut abgeriegelt wurde. Die Z&#252;ge wurden an der &#246;sterreichischen Grenze, angeblich aus Sicherheitsgr&#252;nden, erneut aufgehalten. Schlie&#223;lich setzte &#214;sterreich Sonderz&#252;ge ein, um einen Teil direkt nach Deutschland weiter zu transportieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hatte das Dublin-Verfahren bisher Fl&#252;chtlinge von Deutschland ferngehalten, schl&#228;gt es jetzt in sein Gegenteil um. Es gibt kein Land, in das die deutsche Regierung die Fl&#252;chtenden weiterschieben k&#246;nnte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hinzu kommt, dass viele EU-L&#228;nder, allen voran Griechenland, durch die von Berlin erzwungene Austerit&#228;tspolitik derart verarmt sind, dass die Fl&#252;chtlinge sich in Deutschland bessere Bedingungen versprechen. Merkel war zynisch genug, dies als Beweis daf&#252;r anzuf&#252;hren, dass &#8222;die Welt Deutschland als ein Land der Hoffnung und der Chancen sieht&#8220;. &#8222;Dies war wirklich nicht immer so&#8220;, f&#252;gte sie unter Verweis auf die deutsche Geschichte hinzu.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Studiert man Merkels Aussagen vor der Hauptstadtpresse genauer, so versucht sie, Zeit zu gewinnen. Sie will den anderen EU-Mitgliedern ihre Bedingungen aufzwingen, die Fl&#252;chtlinge wieder an den Rand der EU verdr&#228;ngen und &#8211; unter dem Vorwand des Kampfs gegen die Fluchtursachen &#8211; neue Kriege in Afrika und dem Nahen Osten f&#252;hren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sie dr&#228;ngte darauf, dass andere europ&#228;ische und insbesondere osteurop&#228;ische L&#228;nder mehr Fl&#252;chtlinge aufnehmen. &#8222;Europa als ganzes muss sich bewegen&#8220;, forderte sie. Versage Europa in der Fl&#252;chtlingsfrage, drohe die ganze EU Schaden zu nehmen. Gemeinsam mit Frankreich werde sie Druck machen, dass in Griechenland und Italien rasch Erfassungszentren eingerichtet w&#252;rden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aus Br&#252;ssel verlautete, EU-Kommissionspr&#228;sident Jean-Claude Juncker, der eng mit Merkel zusammenarbeitet, drohe den EU-Mitgliedsstaaten in einem Brief mit Strafma&#223;nahmen, falls sie das Dublin-Verfahren nicht wieder einhalten. Den ungarischen Regierungschef Viktor Orb&#225;n will Juncker am Donnerstag in Br&#252;ssel pers&#246;nlich ermahnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Deutschland selbst soll die Bearbeitung von Asylantr&#228;gen wesentlich beschleunigt werden, so dass Abgelehnte schneller wieder abgeschoben werden k&#246;nnen. So sollen Fl&#252;chtlinge in Zukunft so lange in den lagerartigen Erstaufnahmezentren bleiben, bis ihre Antr&#228;ge bearbeitet sind, und erst dann f&#252;r eine bessere Unterbringung an die Kommunen &#252;berstellt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bis zum 24. September will die Regierung ein Programm vorlegen, das unter dem Vorwand des Abbaus b&#252;rokratischer H&#252;rden die Standards f&#252;r die Unterk&#252;nfte deutlich senkt. So sollen etwa die Vorschriften f&#252;r den Brand- und Emissionsschutz gelockert werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Merkel versprach, dass der Bund die L&#228;nder und Kommunen mit &#8222;Milliarden&#8220; unterst&#252;tzen werde, um die Kosten f&#252;r die Unterbringung und Verwaltung der Fl&#252;chtlinge zu tragen. Einen genauen Betrag nannte sie nicht. Es wird aber davon ausgegangen, dass die Summe weit unter den f&#252;nf Milliarden Euro liegen wird, die Finanzminister Sch&#228;uble allein in diesem Jahr aufgrund der g&#252;nstigen Konjunktur zus&#228;tzlich einnimmt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In den Medien werden zunehmend Stimmen laut, die fordern, die Ursache der Fl&#252;chtlingskrise an ihren Wurzeln zu bek&#228;mpfen &#8211; d.h. milit&#228;risch in den L&#228;ndern einzugreifen, die bereits durch fr&#252;here westliche Milit&#228;rinterventionen zerst&#246;rt wurden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So wetterte Richard Herzinger am Montag in der Welt gegen die &#8222;Verschw&#246;rungstheorie&#8220;, &#8222;der Westen habe durch seine aggressive Einmischung namentlich im Nahen Osten erst das blutige Chaos geschaffen, vor dem die Menschen nun millionenfach fl&#252;chten&#8220;. &#8222;Nicht das Eingreifen des Westens, sondern sein kopfloser R&#252;ckzug hat die Region explodieren lassen&#8220;, behauptet er und fordert: &#8222;Die aktuelle Krise mahnt den Westen, und namentlich Europa, nicht zu weniger, sondern zu deutlich mehr globalem Interventionismus.&#8220; WSWS&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Ferguson faktisch unter Kriegsrecht </title>
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		<dc:date>2014-08-22T05:11:40Z</dc:date>
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		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Robert Paris</dc:creator>



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&lt;p&gt;Ferguson faktisch unter Kriegsrecht &lt;br class='autobr' /&gt;
Der Bundesstaat Missouri hat mit voller Unterst&#252;tzung der Obama-Regierung faktisch das Kriegsrecht &#252;ber die Arbeiterstadt Ferguson verh&#228;ngt. Es richtet sich gegen die andauernden Proteste gegen den Polizeimord an dem unbewaffneten afroamerikanischen Teenager Michael Brown. &lt;br class='autobr' /&gt;
Den Einwohnern wird ihr verfassungsm&#228;&#223;iges Recht verwehrt, sich zu versammeln. Reporter werden festgenommen oder des Platzes verwiesen und damit die Pressefreiheit mit F&#252;&#223;en (&#8230;)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="http://www.matierevolution.fr/spip.php?rubrique156" rel="directory"&gt;17- DEUTSCH - MATERIE UND REVOLUTION &lt;/a&gt;


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 <content:encoded>&lt;div class='rss_chapo'&gt;&lt;p&gt;Ferguson faktisch unter Kriegsrecht&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Bundesstaat Missouri hat mit voller Unterst&#252;tzung der Obama-Regierung faktisch das Kriegsrecht &#252;ber die Arbeiterstadt Ferguson verh&#228;ngt. Es richtet sich gegen die andauernden Proteste gegen den Polizeimord an dem unbewaffneten afroamerikanischen Teenager Michael Brown.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Den Einwohnern wird ihr verfassungsm&#228;&#223;iges Recht verwehrt, sich zu versammeln. Reporter werden festgenommen oder des Platzes verwiesen und damit die Pressefreiheit mit F&#252;&#223;en getreten. An gro&#223;en Kreuzungen sind Kontrollposten eingerichtet, wo sich jeder Passant ausweisen muss. Zahlreiche milit&#228;rische Fahrzeuge, Hubschrauber, Schallkanonen, Blendgranaten, Tr&#228;nengas, mit Sturmgewehren bewaffnete SWAT-Teams, Polizisten und Nationalgardisten sind im Einsatz, um den sozialen Protest einzusch&#252;chtern, zu terrorisieren und zu zerschlagen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Montagnacht wurde das Vorgehen gegen die &#252;berwiegend friedlichen Protestierenden versch&#228;rft, die Gerechtigkeit f&#252;r den Mord an Brown forderten. 78 Menschen wurden festgenommen, weil sie offenbar einer polizeilichen Anordnung, sich zu zerstreuen, nicht nachgekommen waren, obwohl es f&#252;r die Anordnung keine juristische oder verfassungsm&#228;&#223;ige Grundlage gab.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Ausma&#223; der Unterdr&#252;ckung ist ohne jedes Verh&#228;ltnis zu der angeblichen Bedrohung durch &#8220;kriminelle Elemente&#8220;. Auf einer Pressekonferenz um 2.20 Uhr Dienstagnacht konnte Highway Patrol Captain Ron Johnson zur Rechtfertigung der &#220;bergriffe und Verhaftungen lediglich zwei Handfeuerwaffen, einen Molotowcocktail und einige Wasserflaschen vorweisen, die die Polizei angeblich erbeutet haben will. Johnson war vergangene Woche vom Demokratischen Gouverneur Jay Nixon als Verantwortlicher f&#252;r die Sicherheitsoperationen in Ferguson berufen worden. Er riet friedlichen Demonstranten, Dienstagnacht zu Hause zu bleiben, damit die Polizei alle so genannten &#8222;ausw&#228;rtigen Agitatoren&#8220; auf den Stra&#223;en identifizieren und festnehmen k&#246;nne.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die willk&#252;rliche und unverh&#228;ltnism&#228;&#223;ige Gewaltanwendung kennzeichnet die gesamte Krise. Brown, der keine Waffe trug, wurde mit sechs Sch&#252;ssen regelrecht hingerichtet. Auf den friedlichen Protest emp&#246;rter Anwohner folgte eine martialische Repression mit Massenfestnahmen; der Ausnahmezustand wurde ausgerufen, praktisch wurde Kriegsrecht verh&#228;ngt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Videoberichte der World Socialist Web Site zeigen, dass Einwohner von Ferguson Vergleiche ziehen zwischen der Besetzung ihrer Stadt durch Milit&#228;r und Polizei und der Anwendung &#228;hnlicher Methoden durch die Regierung der Vereinigten Staaten im Irak und in Afghanistan. Sie weisen auf die Heuchelei der Behauptung Washingtons hin, im Nahen Osten und Zentralasien w&#252;rden demokratische Rechte und Menschenrechte verteidigt. Im eigenen Land reagieren sie auf jede &#196;u&#223;erung von sozialem Protest mit den gleichen antidemokratischen und gewaltsamen Methoden, wegen derer sie angeblich fremde Regierungen st&#252;rzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nur wenige Tage vor Browns Erschie&#223;ung warnte die WSWS in einer Perspektive vom 4. August (&#8222;Das Morden in Gaza: Eine Warnung an die internationale Arbeiterklasse&#8220;): &#8222;Der israelische Angriff auf Gaza ist eine Warnung, welche Ma&#223;nahmen gegen den Widerstand der Arbeiterklasse gegen Krieg, Militarismus und K&#252;rzungspolitik eingesetzt werden k&#246;nnen. Die Methoden, die in einem Jahrzehnt von amerikanischen Kriegen in Afghanistan und dem Irak entwickelt wurden, um eine feindselige Bev&#246;lkerung zu terrorisieren, werden auch gegen Arbeiter eingesetzt werden, die f&#252;r ihre Arbeitspl&#228;tze, ihren Lebensstandard und ihre demokratischen Rechte k&#228;mpfen.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der R&#252;ckgriff auf Polizeistaatsmethoden in Ferguson ist das Ergebnis des langanhaltenden Zerfalls der amerikanischen Demokratie. Dieser Prozess trat mit dem Diebstahl der Pr&#228;sidentschaftswahl von 2000 in ein neues Stadium ein. Er beschleunigte sich nach dem 11. September und der Ausrufung des so genannten &#8222;Kriegs gegen der Terror&#8220;. Dieser betr&#252;gerische Krieg diente von Anfang an dazu, imperialistische Kriege und den Angriff auf demokratische Rechte in den USA selber zu rechtfertigen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In den letzten dreizehn Jahren ist das staatliche Unterdr&#252;ckungspotential auf Kosten demokratischer Rechte enorm ausgeweitet worden. Das Ergebnis ist ein Polizeistaat in Bereitschaft. Dem USA Patriot Act, der die hemmungslose Aussp&#228;hung der amerikanischen und der Weltbev&#246;lkerung legalisierte, folgte die Einrichtung des Heimatschutzministeriums, unter dessen Kontrolle die &#246;rtlichen Sheriff-Departements in paramilit&#228;rische Aufstandsbek&#228;mpfungstruppen verwandelt wurden. Ferner wurde das Northern Command eingerichtet, das erste milit&#228;rische Oberkommando f&#252;r das Territorium der Vereinigten Staaten &#252;berhaupt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Neuerungen wurden von zahllosen Studien und Pl&#228;nen begleitet, die das Milit&#228;r, die Geheimdienste und mehrere Think Tanks f&#252;r Urban Warfare (Kriegsf&#252;hrung in St&#228;dten) entwickelt hatten, um in den USA soziale Unruhen im Keim zu ersticken. Der Bombenanschlag auf den Boston Marathon 2013 wurde als Vorwand genutzt, solche Pl&#228;ne auszutesten. Zum ersten Mal in der amerikanischen Geschichte wurde eine Gro&#223;stadt unter Milit&#228;r- und Polizei-Kuratel gestellt und die B&#252;rgerrechte praktisch suspendiert. Nirgendwo im Establishment, weder in der Politik noch in den Medien, r&#252;hrte sich Widerstand. Das zeigt, dass Demokratie in der herrschenden Klasse keinerlei Unterst&#252;tzung mehr genie&#223;t.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Angriff auf demokratische Rechte unter George W. Bush beschleunigte sich unter Barack Obama. Der aktuelle Pr&#228;sident sch&#252;tzt nicht nur die Autoren der Folterprogramme und des Gulag in Guant&#225;namo vor strafrechtlicher Verfolgung, er nimmt sich auch das Recht heraus, amerikanische B&#252;rger ohne rechtsstaatliches Verfahren f&#252;r immer einzusperren und sogar zu ermorden, und wie er selbst erkl&#228;rte, tut er das auch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Triebkraft hinter diesen weit fortgeschrittenen Vorbereitungen auf einen Polizeistaat ist die ungeheure soziale Ungleichheit. Eine quasi-kriminelle Wirtschafts- und Finanzelite, die sich an parasit&#228;ren Spekulationen bereichert, eignet sich selbst einen immer gr&#246;&#223;eren Anteil am gesellschaftlichen Reichtum an, w&#228;hrend sie die industrielle Infrastruktur und anst&#228;ndig bezahlte Arbeitspl&#228;tze zerst&#246;rt. Diese Form der Kriminalit&#228;t ist unaufl&#246;slich mit einer kriminellen Au&#223;enpolitik, Aggression, Krieg und Pl&#252;nderung verbunden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jede demokratische und soziale Forderung der Arbeiterklasse st&#246;&#223;t mit den gesellschaftlichen Interessen dieser neuen Aristokratie zusammen. Diese sieht jeden sozialen Protest als Bedrohung ihrer Interessen an, der sofort zerschlagen werden muss.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der riesige, unkontrollierte Milit&#228;r-, Polizei- und Geheimdienstapparat, der &#252;ber die Jahre aufgebaut worden ist, muss die Interessen dieser kriminellen kapitalistischen Elite absichern. Eine politische Analyse der Ereignisse in Ferguson darf nicht an dem leeren und verlogenen Geschw&#228;tz von Leuten wie Obama ansetzen, sondern muss in Betracht ziehen, was diese wirklich tun: Sie mobilisieren im Interesse der Finanzoligarchie die repressive Staatsgewalt, um die Arbeiterklasse in Ferguson zu terrorisieren, und einen Pr&#228;zedenzfall f&#252;r St&#228;dte im ganzen Land zu schaffen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das ist die Realit&#228;t in Amerika. Nicht zuf&#228;llig ist das sozial ungleichste Land unter den gro&#223;en Industrienationen auch das am wenigsten demokratische. Die Ursache ist das kapitalistische System selbst, das nicht mehr in der Lage ist, die grundlegenden Bed&#252;rfnisse der Arbeiterklasse, der gro&#223;en Mehrheit der Bev&#246;lkerung zu befriedigen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Barry Grey&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Ostukraine: pro-westliches Regime versch&#228;rft Milit&#228;roffensive</title>
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		<dc:creator>Robert Paris</dc:creator>



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&lt;p&gt;Ostukraine: pro-westliches Regime versch&#228;rft Milit&#228;roffensive &lt;br class='autobr' /&gt;
Von Alex Lantier und Johannes Stern &lt;br class='autobr' /&gt;
Das vom Westen unterst&#252;zte Regime in Kiew versch&#228;rft die gewaltsame Niederschlagung der regierungsfeindliche Proteste in der Ostukraine. Es provoziert damit einen offenen B&#252;rgerkrieg, der sich zu einem Krieg zwischen den Westm&#228;chten und der Atommacht Russland ausweiten kann. &lt;br class='autobr' /&gt;
Am Freitag begann die ukrainische Armee die &#8220;aktive Phase&#8221; eines sogenannten &#8220;Anti-Terror-Einsatzes&#8221; gegen (&#8230;)&lt;/p&gt;


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 <content:encoded>&lt;div class='rss_chapo'&gt;&lt;h2 class=&#034;spip&#034;&gt;Ostukraine: pro-westliches Regime versch&#228;rft Milit&#228;roffensive&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Von Alex Lantier und Johannes Stern&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das vom Westen unterst&#252;zte Regime in Kiew versch&#228;rft die gewaltsame Niederschlagung der regierungsfeindliche Proteste in der Ostukraine. Es provoziert damit einen offenen B&#252;rgerkrieg, der sich zu einem Krieg zwischen den Westm&#228;chten und der Atommacht Russland ausweiten kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am Freitag begann die ukrainische Armee die &#8220;aktive Phase&#8221; eines sogenannten &#8220;Anti-Terror-Einsatzes&#8221; gegen Regierungsgegner in den ostukrainischen St&#228;dten Slowjansk und Kramatorsk. Nach ukrainischen Regierungsangaben kam es zu zahlreichen Opfern. Interimspr&#228;sident Alexander Turtschinow sprach von &#8220;vielen Toten&#8221; auf Seiten der Regierungsgegner und best&#228;tigte den Tod von zwei ukrainischen Soldaten. In einer Fernsehansprache beschimpfte er die Gegner seiner rechten Putschistenregierung als &#8220;Kriminelle&#8221;, die &#8220;viele Verluste erlitten&#8221; h&#228;tten. &#8220;Viele wurden get&#246;tet, verwundet und es gibt viele Gefangene&#8221;, br&#252;stete sich Turtschinow.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Odessa am Schwarzen Meer attackierten Unterst&#252;tzer des Regimes in Kiew, darunter Mitglieder des faschistischen Rechten Sektors, ein Protestcamp von Regierungsgegnern. Sie setzen ein naheliegendes Gewerkschaftsgeb&#228;ude in Brand, in das die anti-Maidan Aktivisten geflohen waren. Dutzende Menschen kamen in den Flammen oder bei Spr&#252;ngen aus dem brennenden Geb&#228;ude ums Leben. Das ukrainische Innenministerium sprach von 38 Toten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die brutale Milit&#228;raktion in der Ostukraine, bei dem Panzer, schwere Artillerie, Kampfhubschrauber und Flugzeuge gegen die Bev&#246;lkerung eingesetzt werden, wird von den westlichen M&#228;chten voll unterst&#252;tzt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&#228;hrend ihre Handlanger in Kiew ein Blutbad anrichteten, schickten Washington und Berlin neue Drohungen Richtung Moskau. &#8220;Wir stehen geeint in unserer Geschlossenheit, Russland einen Preis f&#252;r seine Aktivit&#228;ten zahlen zu lassen&#8221;, erkl&#228;rte US-Pr&#228;sident Barack Obama nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer Pressekonferenz im Wei&#223;en Haus. Merkel ihrerseits drohte mit weiteren Sanktionen. Europa sei darauf vorbereitet. &#8222;Es ist uns ernst&#8220;, erkl&#228;rte sie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bereits am 1. Mai hatten Nato-Vertreter eine weitere Stufe der milit&#228;rischen Mobilmachung gegen Russland bekannt gegeben. Gleichzeitig f&#252;hrte das prowestliche Regime in Kiew die allgemeine Wehrpflicht wieder ein, um die Niederschlagung der sich ausweitenden prorussischen Proteste in der Ostukraine voranzutreiben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das weit rechts stehende Regime in Kiew nahm die ins Stocken geratene Milit&#228;raktion wieder auf, nachdem oppositionelle Protestierer und Milizen weitere St&#228;dte und Regierungsgeb&#228;ude in der Ostukraine unter ihre Kontrolle gebracht hatten, und seine Position sich damit weiter geschw&#228;cht hatte. In Donezk st&#252;rmten die Protestierenden das B&#252;ro des Regionalstaatsanwalts und entwaffneten die Polizei. Donezk geh&#246;rt neben Lugansk, Slawjansk und Kramatorsk zu den zahlreichen St&#228;dten, die der Kontrolle Kiews inzwischen entglitten sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine Erkl&#228;rung des &#220;bergangspr&#228;sidenten Alexander Turtschinow best&#228;tigte, dass die Wiedereinf&#252;hrung der Wehrpflicht f&#252;r M&#228;nner zwischen 18 und 25 Jahren das Ziel verfolgt, die Unruhen in den vorwiegend russischsprachigen Gebieten niederschlagen zu k&#246;nnen. &#8222;Angesichts der Zuspitzung der Situation im Osten und S&#252;den und zunehmender St&#228;rke bewaffneter prorussischer Kr&#228;fte und der Besetzung und Einnahme von &#246;ffentlichen Geb&#228;uden&#8220;, so die Erkl&#228;rung, sei dieser Erlass ergangen. Weiter hie&#223; es, dass die Proteste &#8222;die territoriale Integrit&#228;t der Ukraine bedrohen&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Turtschinows Rechtfertigungsversuche f&#252;r die Niederschlagung der Proteste sind ein politischer Betrug. Sein Regime, Ergebnis eines vom Westen unterst&#252;tzten Putsches, steht nicht f&#252;r die Unabh&#228;ngigkeit oder territoriale Integrit&#228;t der Ukraine. Das Regime hat die Antiterroreins&#228;tze in Gespr&#228;chen mit hochrangigen amerikanischen Vertretern wie CIA-Direktor John Brennan und Vizepr&#228;sident Joe Biden geplant. Brennan und Biden besuchten Kiew, als das Regime die ersten derartigen Unterdr&#252;ckungsma&#223;nahmen begann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch die Zustimmung zu einem 17-Milliarden-Hilfskredit des Internationalen W&#228;hrungsfonds unterstreicht die Verachtung des Kiewer Regimes und seiner imperialistischen Hinterm&#228;nner f&#252;r die ukrainische Bev&#246;lkerung. Der Kredit ist gebunden an unpopul&#228;re Erh&#246;hungen f&#252;r Energiepreise und an Massenentlassungen im &#246;ffentlichen Dienst, wogegen es in mehreren St&#228;dten bereits zu Protesten kam.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die brutale Offensive des Regimes in Kiew, das bei seinen Unterdr&#252;ckungsma&#223;nahmen zunehmend auf private Milizen unter F&#252;hrung von Oligarchen-Unternehmern und auf die faschistischen paramilit&#228;rischen Kr&#228;fte des Rechten Sektors setzt, bringt die Welt an den Rand eines Kriegs. Moskau hat erkl&#228;rt, es werde &#8222;alle Mittel&#8220; aussch&#246;pfen, um ethnische Russen vor ukrainischen Sicherheitskr&#228;ften zu sch&#252;tzen, wenn die Repression des Kiewer Regimes in gro&#223;e Massaker an der Bev&#246;lkerung der Ostukraine eskaliert. In einem Telefonat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am 1. Mai hat Pr&#228;sident Putin gefordert, dass alle ukrainischen Truppen aus der Ostukraine abgezogen werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine blutige Niederschlagung der Proteste w&#252;rde bedeuten, das seine &#252;ber eine Million Mann starke Armee, die von der Nato unterst&#252;tzt und ausger&#252;stet wird, direkt an der s&#252;dwestlichen Grenze zu Russland steht. Das Regime in Kiew erf&#252;llt damit die W&#252;nsche seiner westlichen imperialistischen Herren, die systematisch in ganz Osteuropa aufzur&#252;sten, und damit einem Krieg mit Russland den Weg ebnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der stellvertretende Nato-Generalsekret&#228;r Alexander Vershbow hat Russland am 1. Mai als Feind bezeichnet. &#8222;Die Russen haben die Nato eindeutig zum Gegner erkl&#228;rt. Wir d&#252;rfen daher Russland von nun an nicht l&#228;nger als Partner, sondern eher als Gegner betrachten&#8220;, sagte er.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Nato, so Verschbow, k&#246;nne ihre in der Nato-Russland-Grundakte von 1997 gegebene Zusage, in Osteuropa keine Nuklearwaffen oder gro&#223;e Truppenst&#228;rken zu stationieren, zur&#252;cknehmen. Da Russland die Krim annektiert habe und angesichts der Proteste in der Ostukraine h&#228;tten die NATO &#8222;das Recht&#8220;, diese Abmachung f&#252;r ung&#252;ltig zu erkl&#228;ren und auf Dauer &#8222;gro&#223;e&#8220; Truppenst&#228;rken in Osteuropa zu stationieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Westm&#228;chte nutzen die Ukraine-Krise aus, um der europ&#228;ischen und der Weltpolitik eine neue Ausrichtung zu geben. So wie der US-Imperialismus den 11. September 2001 benutzte, um eine Reihe von unpopul&#228;ren Kriegen im Nahen Osten zu f&#252;hren, soll die Ukraine-Krise den westlichen imperialistischen M&#228;chten die Rechtfertigung f&#252;r eine gewaltige milit&#228;rische Eskalation und f&#252;r die Vorbereitung gro&#223;er Kriege liefern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Behauptungen des Westens, die r&#252;cksichtslose Eskalation der Nato sei eine Reaktion eine angebliche milit&#228;rische Aggression Russlands, sind gelogen. Die Proteste in der Ostukraine, die zuvor die Machtbasis des prorussischen, durch den Putsch im Februar gest&#252;rzten Pr&#228;sidenten Wiktor Janukowitsch bildete &#8211; sind nicht das Ergebnis russischer Aggression, sondern einer breiten Opposition gegen die Oligarchen und Faschisten, die an der Spitze des Regimes in Kiew stehen. Sie sind eine Konsequenz der r&#252;cksichtslosen Entscheidung der Nato-M&#228;chte, angef&#252;hrt von Washington und Berlin, den Putsch zu unterst&#252;tzen und die Spannungen mit Moskau anzuheizen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Seit dem Putsch in Kiew haben Washington und seine Nato-Verb&#252;ndeten Kampfjets und Bodentruppen in Polen, den baltischen Staaten und Rum&#228;nien stationiert. Au&#223;erdem haben sie Marineeinheiten in die Ostsee und ins Schwarze Meer verlegt, w&#228;hrend sie in heuchlerischer Manier Russland verurteilen, es w&#252;rde Truppen an seiner westlichen Grenze zur Ukraine stationieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Verschbow sagte, die Nato werde weitere Truppen verlegen, um in der Lage zu sein, schnell in den baltischen Staaten einzugreifen: &#8222;Wir wollen ganz sicher sein, dass wir diesen L&#228;ndern bei jeder Bedrohung, sollte sie auch nur indirekt sein, zu Hilfe kommen k&#246;nnen, ehe vor Ort Fakten geschaffen werden k&#246;nnen.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Solche Stationierungen w&#228;ren in h&#246;chstem Ma&#223;e provokativ. Nato-Truppen im n&#246;rdlichsten baltischen Staat, Estland, w&#228;ren dann weniger als 100 Meilen von Russlands zweitgr&#246;&#223;ter Stadt St. Petersburg entfernt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nato-Vertreter k&#252;ndigten vorgestern an, dass man nach M&#246;glichkeiten suche, die ehemalige Sowjetrepublik Georgien im s&#252;dlichen Kaukasus in die Nato aufzunehmen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch dieser Schritt erh&#246;ht das Risiko eines Krieges zwischen Russland und der Nato. Russland und Georgien f&#252;hrten 2008 einen kurzen Krieg gegeneinander, nachdem Georgien russische Friedenssoldaten angegriffen hatte, die auf georgischem Gebiet mit russischer Minderheit entlang der Grenze zu Russland stationiert waren. W&#228;re Georgien damals Nato-Mitglied gewesen, h&#228;tten sich die anderen Nato-M&#228;chte auf den Artikel 5 des Nato-Gr&#252;ndungsvertrags &#252;ber gegenseitige milit&#228;rische Beistandspflicht berufen k&#246;nnen, um eine Intervention in diesem Krieg auf der Seite Georgiens zu begr&#252;nden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Nato-Sonderbeauftragte f&#252;r den Kaukasus, James Appathurai, sagte, die Nato w&#252;rde russische Einw&#228;nde gegen eine Nato-Mitgliedschaft Georgiens ignorieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8220;Was Russland sagt oder tut, hat keinen Einfluss auf unsere Entscheidung&#8221;, erkl&#228;rte er br&#252;sk. &#8222;Wir beurteilen Georgien nach dem, was es tut, und interessieren uns nicht daf&#252;r, was anderswo passiert, auch nicht f&#252;r Kommentare aus dem Kreml oder von woanders. Wir &#252;berlegen uns jetzt nat&#252;rlich, was wir als n&#228;chstes tun k&#246;nnen, um Georgien enger an die Nato zu binden und unsere Ziele zu erreichen&#8220;.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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	</item>
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		<title>Thomas Kuhn, Postmodernismus und materialistische Dialektik</title>
		<link>http://www.matierevolution.fr/spip.php?article2982</link>
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		<dc:date>2013-11-25T03:46:00Z</dc:date>
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		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Robert Paris</dc:creator>



		<description>
&lt;p&gt;Thomas Kuhn, Postmodernismus und materialistische Dialektik &lt;br class='autobr' /&gt;
Von William Whitlow &lt;br class='autobr' /&gt;
William Whitlow beantwortet eine Leserfrage zu dem Soziologen Thomas S. Kuhn, Autor des Werkes Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen. &lt;br class='autobr' /&gt;
Lieber William Whitlow, &lt;br class='autobr' /&gt;
als regelm&#228;&#223;iger Leser der WSWS habe ich Ihren Artikel zum NASA-Experiment Gravity Probe B (vgl. Einsteins Schwerkrafttheorie durch NASA-Satelliten best&#228;tigt), der vor einigen Monaten ver&#246;ffentlicht wurde, mit gro&#223;em Interesse gelesen. Ich (&#8230;)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="http://www.matierevolution.fr/spip.php?rubrique156" rel="directory"&gt;17- DEUTSCH - MATERIE UND REVOLUTION &lt;/a&gt;


		</description>


 <content:encoded>&lt;div class='rss_chapo'&gt;&lt;h2 class=&#034;spip&#034;&gt;Thomas Kuhn, Postmodernismus und materialistische Dialektik
&lt;p&gt;Von William Whitlow&lt;/p&gt;
&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;William Whitlow beantwortet eine Leserfrage zu dem Soziologen Thomas S. Kuhn, Autor des Werkes Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Lieber William Whitlow,&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;als regelm&#228;&#223;iger Leser der WSWS habe ich Ihren Artikel zum NASA-Experiment Gravity Probe B (vgl. Einsteins Schwerkrafttheorie durch NASA-Satelliten best&#228;tigt), der vor einigen Monaten ver&#246;ffentlicht wurde, mit gro&#223;em Interesse gelesen. Ich glaube allerdings, dass Sie am Ende des Artikels irren. In Ihrem drittletzten Absatz identifizieren Sie die naive Auffassung, dass Fortschritt in der Wissenschaft allein der Arbeit einiger gro&#223;er M&#228;nner zu verdanken sei, mit derjenigen, die Thomas Kuhn in seinem Werk herausgearbeitet hat. Sie schreiben: &#8222;Es gibt den weitverbreiteten Glauben, dass Wissenschaft sich einzig auf Grundlage individuellen Genies weiterentwickelt. Die Arbeiten des Soziologen Thomas Kuhn f&#246;rderten diese verzerrte Auffassung von wissenschaftlichem Fortschritt. Kuhn behauptete, dass infolge der Arbeit herausragender Individuen, die neue Theorien entwickeln, die Wissenschaft einem periodischen Paradigmenwechsel unterliege.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Erstens glaube ich, dass es nicht richtig ist, Kuhns Konzeption in nur einem Satz abzutun. Schlie&#223;lich ist Kuhn nach wie vor ziemlich popul&#228;r unter ernst zu nehmenden Wissenschaftlern; dies h&#228;ngt gewiss damit zusammen, dass er einigen Einblick in Praxis und Geschichte der Wissenschaft hatte. Zweitens sollte festgehalten werden, dass Ihre Kurzfassung von Kuhns Konzept ziemlich falsch ist. Kuhn widmet in seinem ma&#223;gebenden Werk Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen einen betr&#228;chtlichen Teil ausschlie&#223;lich der von ihm so genannten &#8222;normalen Wissenschaft&#8220; (drei von f&#252;nfzehn Kapiteln, was in meiner Ausgabe 35 von 190 Seiten entspricht, befassen sich ausgiebig mit der Besonderheit der &#8222;normalen Wissenschaft&#8220;). Diese Art wissenschaftlicher Arbeit, um es kurz zu fassen, besch&#228;ftigt sich mit dem L&#246;sen von R&#228;tseln innerhalb eines Rahmens von mehr oder weniger klar formulierten Gesetzen, die durch das jeweilige herrschende Paradigma festgelegt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Anbetracht Ihrer Ausf&#252;hrungen d&#252;rfte es eine &#220;berraschung f&#252;r Sie sein, dass die Details des von Ihnen im ersten Teil des Artikels erl&#228;uterten Experimentes sehr gut auf Kuhns Beschreibungen der Arbeit der normalen Wissenschaft passen: Die Wissenschaftler arbeiten innerhalb des Rahmens, den das herrschende Paradigma (die Allgemeine Relativit&#228;tstheorie) ihrer wissenschaftlichen Spezialisierung (die Astrophysik) vorgibt. Innerhalb dieses Rahmens ergeben sich zahlreiche zu l&#246;sende R&#228;tsel. Das Team setzt sich mit dem R&#228;tsel auseinander, wie die Struktur der Raumzeit nahe der Erde vermessen und wie einige Auswirkungen der Allgemeinen Relativit&#228;tstheorie, die auf Basis theoretischer Berechnungen gefolgert werden, &#252;berpr&#252;ft werden k&#246;nnen; und es gelingt ihnen, indem sie eine Reihe technischer Instrumente, wie Gyroskope, Teleskope, supraleitendes Material usw. in genialer Weise zur Anwendung bringen, diese Probleme zu l&#246;sen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kuhn war weit davon entfernt, wissenschaftlichen Fortschritt auf die Errungenschaften einiger weniger Individuen zu reduzieren. Au&#223;erdem ist eines der Kernst&#252;cke des erw&#228;hnten Buches die Darlegung, dass wissenschaftliche Revolutionen nicht vom Himmel fallen, sondern als Antwort auf eine Krise, welche die Schw&#228;che des herrschenden Paradigmas aufdeckt, entwickelt (und durch die wissenschaftliche Gemeinschaft anerkannt) werden. Es ist wohlbekannt (und eines von zahlreichen Beispielen, die Kuhn in seinem Essay anf&#252;hrt), dass der Formulierung der Allgemeinen Relativit&#228;tstheorie eine solche Krise vorausging. Die Theorie wurde entwickelt, nachdem es immer schwieriger geworden war, die zahlreichen Widerspr&#252;che zu l&#246;sen, die durch das Ineinandergreifen der Theorien des Elektromagnetismus und der Klassischen Mechanik entstanden. Ich bin sicher, dass Kuhns Konzeption viele Schw&#228;chen hat. Allerdings glaube ich, dass eine differenziertere Beurteilung seiner Arbeit vonn&#246;ten ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit freundlichem Gru&#223;,&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;David L.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;***&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Lieber David,&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;besten Dank f&#252;r Ihre Antwort auf meinen Artikel. Die Bezugnahme auf Thomas Kuhn war viel zu knapp, deshalb m&#246;chte ich jetzt den Versuch unternehmen, den am Ende meines Artikels vertretenen Standpunkt zu kl&#228;ren und mein Verst&#228;ndnis von Kuhn, besonders seines Werks Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen,[1] deutlich machen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Lassen sie mich als Erstes einen Einwand erheben gegen ihre Behauptung, Kuhn sei popul&#228;r unter &#8220;ernst zu nehmenden Wissenschaftlern&#8221;. Mir ist nicht bekannt, ob hierzu jemals eine Umfrage stattgefunden hat, doch wird jeder Wissenschaftler, der ernsthaft Kuhns Schriften studiert hat, &#252;ber dessen Opposition gegen die M&#246;glichkeit von Objektivit&#228;t entsetzt sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Alan Sokal, dessen ber&#252;hmt gewordene satirische Arbeit, die 1996 von Social Text, einer amerikanischen Zeitschrift f&#252;r Kulturwissenschaft akzeptiert wurde, leistete ganze Arbeit bei der Entlarvung der Degeneration, von der die Geistes- und Sozialwissenschaften ergriffen wurden. Sokal, Professor f&#252;r Mathematik am University College in London und f&#252;r Physik an der Universit&#228;t von New York, setzt sich entschieden gegen Kuhns Idee ein, &#8222;dass unsere Erfahrung der Welt radikal durch unsere Theorien bedingt ist, die ihrerseits vom Paradigma abh&#228;ngen.&#8220;[2]&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r Wissenschaftler, die ihre Zeit damit verbringen, eine &#228;u&#223;ere, von ihrem Bewusstsein unabh&#228;ngige Welt zu untersuchen, ist Kuhns Relativismus inakzeptabel. Ich w&#252;rde behaupten, dass Kuhns Struktur wissenschaftlicher Revolutionen weit mehr Einfluss unter Nichtwissenschaftlern gewann. Es ist kein &#252;bliches Buch &#252;ber Wissenschaftsgeschichte und &#8211;philosophie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Thomas Nickles[3] stellt fest: &#8220;Bis jetzt wurde von dem Buch, das in zwei Dutzend Sprachen vorliegt, &#252;ber eine Million Exemplare verkauft. F&#252;r ein wissenschaftliches Werk, das ein abstraktes philosophisches Thema behandelt, ist das eine fast beispiellose Zahl. Die breite Rezeption des Werkes, die Kuhn selbst sehr &#252;berrascht hat, erhob Begriffe wie &#8218;Paradigma&#8216; und &#8218;Paradigmenwechsel&#8216; zu vertrauten Schlagw&#246;rtern. Sie hielten Einzug in Werbespr&#252;che, Vorstandsetagen und Washingtons Beh&#246;rdensprache.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gem&#228;&#223; einem mehr kritischen Buch von Steve Fuller[4] gab es ebenso eine &#8222;Tendenz unter Geisteswissenschaftlern und Soziologen, seine [Kuhns] Darstellung der Wissenschaft pauschal zu akzeptieren, ohne sie gr&#252;ndlich zu analysieren oder ihre Grundideen zu entwickeln.&#8220; Fuller hat gewiss Recht, wenn er auf die Struktur als &#8222;vollendetes postmodernistisches Werk&#8220; verweist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die postmodernistische Tendenz innerhalb des modernen akademischen Betriebs mit ihrem sogenannten &#8222;Ende der gro&#223;en Erz&#228;hlungen&#8220; und ihrer Opposition gegen die M&#246;glichkeit objektiver Wissenschaft gelten gew&#246;hnlich als hergeleitet von Jean-Francois Lyotard und anderen franz&#246;sischen Denkern. Fuller erkl&#228;rt, dass Kuhn der angels&#228;chsischen akademischen Welt eine &#8222;postmoderne Denkart&#8220; erleichterte, ohne irgendwelche Bez&#252;ge zu franz&#246;sischen Traditionen zu nehmen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Weiter m&#246;chte ich bestreiten, dass das GP-B-Experiment, &#252;ber das ich berichtet habe, in Kuhns Konzeption von &#8220;normaler Wissenschaft&#8221; passt, wie Sie behaupten. Die Wissenschaftler setzten sich nicht, wie Sie es nennen, &#8222;mit dem R&#228;tsel auseinander, wie die Struktur der Raumzeit nahe der Erde vermessen und wie einige Auswirkungen der Allgemeinen Relativit&#228;tstheorie (&#8230;) &#252;berpr&#252;ft werden k&#246;nnen.&#8220; (Dies ist nicht einmal eine genaue Darstellung von Kuhns Idee, denn Kuhn hielt die Pr&#252;fung einer Theorie nicht f&#252;r Teil der &#8222;normalen Wissenschaft&#8220;; er schreibt: &#8222;Und dennoch tut das Individuum, das an einem normalen Forschungsproblem arbeitet, fast niemals etwas Derartiges.&#8220; Wobei er unter &#8222;Derartigem&#8220; das &#8222;Pr&#252;fen anerkannter Auffassungen&#8220; einschlie&#223;t.[5])&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich zitierte den GP-B-Physiker John Mester, der die bekannte Diskrepanz erkl&#228;rte, die zwischen der allgemeinen Relativit&#228;t, unserer herrschenden Gravitationstheorie, und dem &#8222;Standardmodell&#8220; herrscht, das f&#252;r die &#252;brigen Naturkr&#228;fte gilt und auf subatomaren Skalen operiert: &#8222;Die Erprobung von Theorien auf hohem Pr&#228;zisionsniveau wird dabei helfen, ihren G&#252;ltigkeitsbereich zu definieren oder erweisen, an welchen Stellen die Theorien scheitern.&#8220; In anderen Worten: die NASA-Forscher sind sich dessen absolut bewusst, dass Einsteins Theorie au&#223;erhalb bestimmter &#8222;Toleranzen&#8220;, die bestimmt werden m&#252;ssen, scheitern wird. Es gibt keine blinde Zustimmung zu einem Paradigma in der Weise, wie Kuhn dies nahelegt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Schauen wir zur&#252;ck auf die Konflikte, Zweifel und Auseinandersetzung um Einsteins Theorie, die w&#228;hrend des vergangenen Jahrhunderts auftauchten, so m&#252;ssen wir Kuhns niedliches Bild von &#8222;Aufr&#228;umarbeiten&#8220;, mit dem er etwas ver&#228;chtlich die &#8222;normale Wissenschaft&#8220; umschreibt, zur&#252;ckweisen. Eher sehen wir einen langwierigen Kampf um grundlegende Fragen. Einstein erg&#228;nzte urspr&#252;nglich seine Theorie um eine &#8222;kosmologische Konstante&#8220;, weil er glaubte, dass das Universum notwendig statisch sein m&#252;sse, um nicht unter seiner eigenen Anziehung zusammenzubrechen. W&#228;hrend der 1920er Jahre zeigten Alexander Friedmann und Georges Lema&#238;tre, dass die L&#246;sungen der Einsteinschen Gleichungen ohne Annahme einer Konstante ein expandierendes Universum erm&#246;glichen. Ihre Ergebnisse blieben bis 1930 unber&#252;cksichtigt, als Edwin Hubble mithilfe seiner ber&#252;hmten &#8222;Rotverschiebung&#8220; Beobachtungen entfernter Galaxien vornahm und klar nachwies, dass das Universum tats&#228;chlich expandiert. Einstein nahm die kosmologische Konstante aus seiner Theorie heraus und nannte sie sp&#228;ter &#8222;den gr&#246;&#223;ten Fehler meines Lebens&#8220;.[6] Die Kosmologie des expandierenden Universums f&#252;hrte zu der heute akzeptierten &#8222;Urknall&#8220;-Theorie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich k&#246;nnte die dann folgenden Entwicklungen durchgehen: darunter Fred Hoyles Steady-State-Theorie (Gleichgewichtstheorie) sowie andere, welche die Big-Bang-Theorie infrage stellten; die Erkenntnis, dass Einsteins Theorie die Existenz schwarzer L&#246;cher vorhergesagt hat mit all den darauffolgenden astronomischen Nachforschungen; die Kontroverse um Einsteins fehlgeschlagene Versuche, die Allgemeine Relativit&#228;t zu einer Einheitlichen Feldtheorie auszuweiten, mit der er in Widerspruch zur akzeptierten Theorie der Quantenmechanik geriet, die er f&#252;r unbefriedigend hielt; und anderes mehr. Selbst jetzt wird die Theorie umgebildet. In j&#252;ngster Zeit wurde die kosmologische Konstante wieder eingesetzt und mit &#8222;Dunkler Energie&#8220; in Zusammenhang gebracht, von der angenommen wird, dass sie drei Viertel der Masse des Universums ausmacht. Nur durch fahrl&#228;ssigsten Missbrauch der Sprache kann eine solch reiche Geschichte als &#8222;Paradigma&#8220; bezeichnet werden, welches Einstein einf&#252;hrte und dem im darauffolgenden Jahrhundert &#8222;normale&#8220; Wissenschaft hinterher ging.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine der zentralen Behauptungen der Kuhnschen Theorie ist, dass abseits &#8222;normaler&#8220; Perioden keine historische Entwicklung in der Wissenschaft stattfindet. In gewissem Sinne kann ich mit Ihnen darin &#252;bereinstimmen, dass er nicht &#8220;wissenschaftlichen Fortschritt auf die Errungenschaften einiger weniger Individuen&#8220; reduziert, denn wenn Sie Kuhn ernsthaft studieren, werden Sie feststellen, dass er &#252;berhaupt nicht daran dachte, Fortschritt in den &#8222;Paradigmenwechseln&#8220; stattfinden zu lassen. Wissenschaft sei &#8222;nicht kumulativ&#8220;, wie er sich ausdr&#252;ckte. &#8222;Der &#220;bergang von einem krisenhaften Paradigma zu einem neuen, aus dem eine neue Tradition der normalen Wissenschaft hervorgehen kann, ist weit von einem kumulativen Prozess entfernt&#8230;&#8220;[7]&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was Individuen angeht, so besteht der springende Punkt, auf den ich hinweisen will, in der subjektiven Natur seiner Philosophie. Kuhn webt ganze Spulen seiner &#8222;revolution&#228;ren&#8220; Konzeption um einige wenige Individuen: Kopernikus, Galileo, Newton, Lavoisier und Einstein; das gilt auch dann, wenn er auf kleinere &#8222;Revolutionen&#8220; verweist, an denen eine Reihe Wissenschaftler beteiligt waren. Kuhns Ansicht ist, dass in einer &#8222;Revolution&#8220; ein kompletter Wechsel der Weltanschauung stattfinde und dass die Paradigmata vor und nach der Revolution &#8222;inkommensurabel&#8220; seien. Sie k&#246;nnen nicht an denselben Standards gemessen werden und bed&#252;rfen eines unterschiedlichen Vokabulars. Kuhn vergleicht diese Paradigmenwechsel mit dem Wahrnehmungswandel, der aus der Gestaltpsychologie bekannt ist (wie das popul&#228;re Beispiel eines Bildes, das zun&#228;chst als Ente wahrgenommen, aber pl&#246;tzlich als Kaninchen gesehen wird). Ich behaupte, dass dies eine irrationale Anschauung ist, die den gesamten Ansatz der Naturwissenschaften angreift und den Weg f&#252;r extreme Subjektivit&#228;t &#246;ffnet: Jedermanns Interpretation &#252;berwiegt, solange sie gen&#252;gend Mitglieder der wissenschaftlichen Gemeinde &#252;berzeugen kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sie schreiben, dass Einsteins Ausarbeitung der Allgemeinen Relativit&#228;tstheorie in Kuhnschen Begriffen verstanden werden kann. Aber lesen Sie bitte noch einmal, was Kuhn tats&#228;chlich in der Struktur sagt. Er sagt, die Newtonschen Gesetze als Spezialfall der Einsteinschen Theorie abzuleiten sei &#8222;falsch&#8220;. Im Ableitungsprozess, der den Gebrauch der Mathematik und formalen Logik einschlie&#223;t, &#8222;haben wir die fundamentalen Strukturelemente abwandeln m&#252;ssen, aus denen sich das Universum, auf welches sie angewandt werden, zusammensetzt.&#8220; (Man beachte die Mehrdeutigkeit hier. Wandelt sich das Universum oder nur die Theorie? Wir werden darauf zur&#252;ckkommen.) Es gebe, sagt Kuhn, eine &#8222;Verschiebung des Begriffsnetzes&#8220;, von der Newtonschen zur Einsteinschen Mechanik. &#8222;Die Gegens&#228;tze zwischen aufeinanderfolgenden Paradigmata&#8220; seien &#8222;ebenso notwendig wie unvers&#246;hnbar.&#8220; Er schreibt: &#8222;Die normal-wissenschaftliche Tradition, die aus einer wissenschaftlichen Revolution hervorgeht, ist mit dem Vorangegangenen nicht nur unvereinbar, sondern oft sogar inkommensurabel.&#8220;[8]&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kuhn folgert, dass eine Entfaltung von Ideen, ausgedr&#252;ckt allein in Begriffen der formalen Logik und der Mathematik, nicht m&#246;glich ist. Sie f&#252;hre zu &#8222;inkommensurablen&#8220; Theorien und Auffassungen und zerst&#246;re infolgedessen die M&#246;glichkeit der Vernunft in der Geschichte der Wissenschaft und des Denkens. Kuhn schrieb &#252;ber die Philosophie der Geschichte und der Wissenschaft g&#228;nzlich unbeleckt von der Tatsache, dass diese Frage schon fr&#252;her von Philosophen aufgenommen wurde. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelte der Philosoph Georg Wilhelm Hegel die Dialektik. Das formale Denken stellte Immanuel Kant, den herausragendsten Denker der deutschen Aufkl&#228;rung, vor un&#252;berwindliche Probleme, und f&#252;hrte ihn auf einen subjektivistischen Kurs. Hegel entwickelte seine dialektische Logik in der Tradition des Deutschen Idealismus im Reich der Ideen; Marx f&#252;hrte Hegels Methode in eine radikal andere, materialistische Richtung, und untersuchte Natur, &#214;konomie und Geschichte auf dialektischem Wege.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine Darstellung aus dem 20. Jahrhundert bietet Leo Trotzkis &#8220;ABC der Materialistischen Dialektik&#8220;[9]:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Unser wissenschaftliches Denken ist nur ein Teil unserer allgemeinen Praxis, die Technik eingeschlossen. F&#252;r Ideen gibt es auch eine &#8218;Toleranz&#8216;, die nicht von der formalen Logik bestimmt wird, ausgehend vom Axiom &#8218;A&#8216; ist gleich &#8218;A&#8216;, sondern von der dialektischen Logik, die von dem Axiom ausgeht, dass sich alles st&#228;ndig ver&#228;ndert. (&#8230;) Das dialektische Denken untersucht alle Dinge und Erscheinungen in ihrer ununterbrochenen Ver&#228;nderung, und bestimmt in den materiellen Bedingungen dieser Ver&#228;nderungen jene kritische Grenze, jenseits derer &#8218;A&#8216; aufh&#246;rt &#8218;A&#8216; zu sein (&#8230;) Hegel stellte in seiner Logik eine Reihe von Gesetzen auf: das Umschlagen von Quantit&#228;t in Qualit&#228;t, die Entwicklung durch Widerspr&#252;che, der Widerstreit von Inhalt und Form, die Unterbrechung der Kontinuit&#228;t, das Umschlagen von M&#246;glichkeit in Unvermeidbarkeit usw., diese Gesetze sind f&#252;r das theoretische Denken ebenso wichtig wie der einfache Syllogismus f&#252;r einfachere Aufgaben.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gibt nichts &#8220;Inkommensurables&#8221;, wenn wir die Frage dialektisch untersuchen. Newtons Theorie ist eine Ann&#228;herung an diejenige Einsteins; sie wird in ihr aufgehoben und auf h&#246;herer Ebene aufbewahrt. Es gibt einen dialektischen Verlauf von der einen zur anderen. Einstein selbst arbeitete, wie alle ernst zu nehmenden Naturwissenschaftler, als unbewusster Dialektiker. In seinem Buch Grundz&#252;ge der Relativit&#228;tstheorie[10] hat Einstein keine Schwierigkeit zu schreiben, dass seine Theorie Newtons Theorie &#8222;enth&#228;lt&#8220;. Er bemerkt, dass Newtons Theorie eine &#8222;N&#228;herung&#8220; an seine eigene sei &#8211; genau in jenem Sinne, den Kuhn als &#8222;positivistisch&#8220; oder als Teil der &#8222;alten Geschichtsschreibung&#8220; verurteilt. Einstein schreibt: &#8222;Man sieht (&#8230;), dass auch in erster N&#228;herung die Struktur des Gravitationsfeldes von derjenigen gem&#228;&#223; Newtons Theorie prinzipiell abweicht.&#8220; Einstein sagt, dass seine Theorie Newtons Theorie sowohl enth&#228;lt als such von ihr abweicht. Es gibt hier keinen Hinweis auf Inkommensurabilit&#228;t, er hat kein philosophisches Problem mit der dialektischen Entwicklung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hegel und Marx verstanden, dass Auffassungen und Ideen sich gesellschaftlich entwickeln, indem gegens&#228;tzliche Standpunkte und Tendenzen miteinander ringen. Marx war freilich der erste, der die fundamentale Bedeutung der Technologie in der Entwicklung der Gesellschaft betonte. Beachten Sie den ersten Satz in dem obigen Trotzki-Zitat. Dieses Argument legte ich in meinem Artikel vor: &#8222;Das GP-B-Projekt demonstriert hingegen, dass Wissenschaft ein gesellschaftliches Unterfangen ist und sich in enger Beziehung mit technologischem Fortschritt entwickelt. Zweifellos sind die Arbeit und der Beitrag individueller Genies wie Einstein unerl&#228;sslich. Dieser Beitrag h&#228;ngt jedoch ab von einer umfassenden wissenschaftlichen Kultur, in der diese Genies ausgebildet wurden und gegen die sie ihre Ideen erproben. Die Erschaffung wissenschaftlicher Kultur ist das Werk von Generationen und nicht brillanter aber isolierter Erkenntnisse oder eigenbr&#246;tlerischer Versuchserfolge.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich habe zur Frage der Technologie aus Trotzkis Artikel Kultur und Sozialismus[11] zitiert:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8220;'Bewegt die Kultur die Technik oder die Technik die Kultur vorw&#228;rts?' Eine solche Fragestellung ist falsch. Die Technik kann der Kultur nicht gegen&#252;ber gestellt werden, denn sie ist ihre grundlegende Triebfeder. Ohne Technik keine Kultur. Die Entwicklung der Technik bewegt die Kultur vorw&#228;rts. Doch der Fortschritt der Wissenschaft und der allgemeinen Kultur auf der Grundlage der Technik stellen einen m&#228;chtigen Beistand bei der weiteren Entwicklung der Technik dar. Hier besteht eine dialektische Wechselwirkung.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kuhn weist diese dialektische Beziehung zwischen Kultur und Technologie zur&#252;ck, konzentriert sich mit Absicht auf dasjenige, was jetzt &#8222;innere&#8220; Entwicklung der Wissenschaft genannt wird und vermeidet jede Diskussion &#252;ber Technologie, Gesellschaft oder tiefergehende ideologische Fragen. Der subjektive Charakter seines Ansatzes wird hierdurch hervorgehoben. Soweit er die Zusammenst&#246;&#223;e und Widerspr&#252;che zwischen den widerstreitenden Tendenzen und Schulen wissenschaftlichen Denkens bespricht, ohne die keine Kritik und Erarbeitung objektiver Anschauungen und Theorien m&#246;glich w&#228;re, zw&#228;ngt er diesen gesamten Prozess in einen starren &#8222;Paradigmenwechsel&#8220;, dessen Ursprung er nicht erkl&#228;ren kann und der keine Beziehung zu vorherigen wissenschaftlichen Ideen hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man vergleiche Kuhns Theorie des Paradigmenwechsels mit der marxistischen Auffassung, wie sie von Trotzki in seiner W&#252;rdigung des gro&#223;en russischen Chemikers Dimitri Mendelejew dargelegt wird:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Die Wissenschaft insgesamt war auf die Erkenntnis des Seienden, auf die Erforschung der Gesetze des Weltalls ausgerichtet; um die Materie besser beherrschen zu k&#246;nnen, war sie auf das Auffinden ihrer Eigenschaften und Beschaffenheit gerichtet. Aber die Erkenntnis entwickelte sich nicht innerhalb verschlossener Laboratorien und H&#246;rs&#228;le &#8211; nein, sie war eine Funktion der menschlichen Gesellschaft und spiegelte deren Struktur wider. Die Gesellschaft ben&#246;tigte die Naturwissenschaft f&#252;r ihre Bed&#252;rfnisse. Aber zur gleichen Zeit ben&#246;tigte sie die Festigung ihres Rechts, die Legitimation ihrer Institutionen, das hie&#223; vor allem der Institutionen der Klassenherrschaft; davor waren es diejenigen der Leibeigenschaft, der Adelsprivilegien, monarchischer Vorrechte, nationaler Ausschlie&#223;lichkeit usw.&#8220; [12]&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zweifellos bietet Trotzki hier eine Analyse des wissenschaftlichen Fortschritts und der Beziehung des Wissenschaftlers zur Gesellschaft, die Kuhns vereinfachende Darbietung weit &#252;berragt. Trotzki beharrt darauf, dass die Naturwissenschaft, oftmals &#252;ber Generationen hinweg, ihre Theorien &#252;berpr&#252;ft und best&#228;tigt. Er f&#228;hrt fort, die Naturwissenschaften mit den Sozialwissenschaften, wie der &#214;konomie und der Soziologie, zu vergleichen und zeigt den wesentlichen Unterschied zwischen ihnen auf.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8220;Die Menschen m&#252;ssen die Natur erkennen, weil sie sie sich unterwerfen. Auf diesem Gebiet werden alle Abweichungen von den durch die Eigenschaften der Materie selbst bestimmten objektiven Verh&#228;ltnissen durch praktische Erfahrung korrigiert. Nur dadurch bleiben die Naturwissenschaften, besonders die chemische Forschung, von absichtlichen, unabsichtlichen, versehentlichen Entstellungen, Fehldeutungen und Verf&#228;lschungen frei. Die Sozialforschung hat sich jedoch vor allem um die Rechtfertigung der geschichtlich entstandenen Gesellschaft gek&#252;mmert, um sie vor Angriffen &#8218;destruktiver Theorien&#8216; zu sch&#252;tzen. Darum spielen die offiziellen Sozialwissenschaften der b&#252;rgerlichen Gesellschaft eine apologetische Rolle, und darum sind sie von geringem Wert.&#8220;[13]&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kuhn analysiert nicht das Verh&#228;ltnis zwischen Wissenschaft und Gesellschaft oder zwischen Wissenschaft und Natur. Wir sitzen mit dem Wissenschaftler innerhalb des verschlossenen Laboratoriums und schauen ihm zu, wie er sich eine Theorie nach seinem Gusto herrichtet und die, falls er genug Kollegen &#252;berzeugen kann, sie zu akzeptieren, das neue herrschende Paradigma wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Klassenvorurteile innerhalb der Sozialwissenschaften dehnen sich auch auf die Philosophie aus. Wir erw&#228;hnten bereits Kuhns Ignoranz der Dialektik, welche die tiefgehende Voreingenommenheit der akademischen Welt gegen&#252;ber Hegel und Marx reflektiert. Wir nahmen au&#223;erdem Kuhns Uneindeutigkeit in seinem Verh&#228;ltnis zu philosophischen Fragen zur Kenntnis, welche die Existenz eines materiellen Universums unabh&#228;ngig vom menschlichen Bewusstsein betreffen. Hier ist ein weiteres Beispiel:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8220;Wenn auch die Welt mit dem Wechsel eines Paradigmas nicht wechselt, so arbeitet doch der Wissenschaftler danach in einer anderen Welt. Trotzdem bin ich &#252;berzeugt, dass wir lernen m&#252;ssen, Behauptungen, die diesen zumindest &#228;hnlich sind, einen Sinn abzugewinnen.&#8220;[14]&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Solche mehrdeutigen und saloppen Formulierungen helfen m&#246;glicherweise, die Popularit&#228;t des Kuhnschen Werkes zu erkl&#228;ren. Der Leser findet das passende Zitat, um zeigen zu k&#246;nnen, dass &#8222;Wissenschaft&#8220; im Einklang mit allen Arten des Mystizismus steht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gl&#252;cklicherweise arbeitete der deutsche Philosoph Paul Hoyningen-Huene ein Jahr lang am Massachusetts Institute of Technology (MIT) mit Kuhn zusammen und studierte alle seine Arbeiten. Soweit er in der Lage war, &#8222;rekonstruierte&#8220; er solche Werke wie das genannte und legte ihre Bedeutung dar.[15] Er stellt fest, dass Kuhn den Begriff &#8222;Welt&#8220; in zweierlei Weise gebraucht. Die Welt, die &#8222;nicht wechselt&#8220; ist die Welt Kants, &#8222;von der wir nicht wissen k&#246;nnen&#8220;; selbst indirekter Zugriff auf diese Welt ist nach Kuhn unm&#246;glich. Sie entspricht Kants &#8222;Ding an sich&#8220;, wenngleich Kuhn bestrebt ist ohne diesen Begriff auszukommen, erkl&#228;rt Hoyningen-Huene.[16] Kuhn verwirft die &#8222;naive realistische Interpretation von Wissenschaft&#8220;. Ebenso geht es ihm darum, &#8222;die verfeinerte realistische Wissenschaftsphilosophie zur&#252;ckzuweisen, die den Prozess der Wissenschaft als fortschreitende &#8218;Ann&#228;herung an die Wahrheit&#8216; betrachtet.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Damit befindet Kuhn sich in der Tradition der Gegnerschaft sowohl zum Materialismus als auch zur Dialektik. Er verwirft die &#8222;verfeinerte realistische Philosophie&#8220;, die wesentlich die marxistische Tradition darstellt, trotz Kuhns Unkenntnis des Marxismus. Wissenschaft schreitet fort, sie n&#228;hert sich der Wahrheit, allerdings nicht auf einfachem, gerade f&#252;hrendem Wege. &#8222;Der Weg des Fortschritts ist krumm, unterbrochen, zickzackf&#246;rmig.&#8220;[17] Trotzki dr&#252;ckt dies in der ihn kennzeichnenden brillanten Weise aus:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8220;Das menschliche Gehirn ist ein Entwicklungsprodukt der Materie und gleichzeitig ein Instrument zur Erkenntnis dieser Materie; allm&#228;hlich passt es sich seiner Funktion an, versucht, seine Beschr&#228;nkungen zu &#252;berwinden, bringt immer neue wissenschaftliche Methoden hervor, erdenkt immer komplexere und pr&#228;zisere Instrumente, legt sich &#252;ber seine T&#228;tigkeit wieder und wieder Rechenschaft ab, dringt Schritt f&#252;r Schritt in vorher unbekannte Tiefen ein, ver&#228;ndert unsere Konzeption der Materie, ohne sich doch von dieser Grundlage alles dessen, was existiert, zu l&#246;sen.&#8220;[18]&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was ist zu der anderen Welt zu sagen, auf die Kuhn sich bezieht, die Welt, die wechselt, wenn das Paradigma wechselt? Dies ist eine &#8222;wahrgenommene Welt&#8220; des Wissenschaftlers, von der Kuhn behauptet, dass sie vor und nach einer wissenschaftlichen Revolution radikal wechsele. W&#228;hrend Kant versucht hat, die Probleme der Philosophie mit dem unbekannten &#8222;Ding an sich&#8220; und der einen Welt der Erscheinungen oder Ph&#228;nomene zu l&#246;sen, hat Kuhn es, wie Hoyningen-Huene erkl&#228;rt, prim&#228;r mit mehreren getrennten und inkommensurablen Erscheinungswelten zu tun. Trotz Multiplizieren der verf&#252;gbaren &#8222;Welten&#8220; entfernen wir uns noch weiter von der objektiven Realit&#228;t, als es Kant urspr&#252;nglich tat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Woher stammen Kuhns Ideen &#252;ber Geschichte und Philosophie? Er h&#228;lt sich sehr bedeckt mit Verweisen in seinem Buch und er ist entwaffnend, wenn er auf seinen Mangel an philosophischer Bildung hinweist. Es gibt &#252;berraschend wenige Arbeiten, die sich mit dem Ursprung von Kuhns Ideen befassen, doch ein Artikel von Michael Friedmann[19] enth&#228;lt einige Informationen. Kuhn teilt uns in der Struktur mit, wie er von der Theoretischen Physik zur Wissenschaftsgeschichte wechselte und drei Jahre als Juniormitglied der &#8218;Society of Fellows&#8216; an der Harvard University verbrachte. Neben seinem Studium der Schriften von Alexandre Koyr&#233;, nennt Kuhn die Historiker Emile Meyerson, H&#233;l&#232;ne Metzger und Anneliese Maier. Wenngleich Friedmann widerspricht, dass diese weniger bekannten Gelehrten von Kuhn &#8222;Neukantianer&#8220; genannt wurden und er die Unterschiede zwischen ihnen darlegt, so muss er doch akzeptieren, dass dies die tiefgreifende Tradition war, der sie angeh&#246;rten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kuhn betrachtete diese neukantianische Geschichtsschule als &#8220;neue Geschichtsschreibung&#8221;. Er sah diese als Abkehr von der &#8222;alten&#8220; Tradition, der die meisten Wissenschaftler instinktiv folgen w&#252;rden und aktuelle wissenschaftliche Konzepte hinsichtlich ihrer Evolution, einem kumulativen historischen Fortschritt, betrachteten. Der &#8222;alte&#8220; Ansatz wird gew&#246;hnlich als simplifizierender, abw&#228;gender Evolutionismus pr&#228;sentiert, statt einzugestehen, dass sich Fortschritt in Widerspr&#252;chen, Spr&#252;ngen und R&#252;ckschl&#228;gen, also in marxistischem Verst&#228;ndnis, vollzieht. Es handelt sich um das, was Wissenschaftshistoriker heute geringsch&#228;tzig &#8222;Whig-Geschichtsschreibung&#8220; nennen und mit weiteren schm&#228;henden Begriffen wie &#8222;Szientismus&#8220; und &#8222;Positivismus&#8220; belegen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In echt neukantianischer Manier behauptete Kuhn, dass die Aufgabe des Historikers darin bestehe &#8220;in den Kopf der Mitglieder der Gruppe zu steigen, die eine besondere wissenschaftliche Fachrichtung &#252;ber einen gewissen Zeitraum betreibt&#8230;&#8220;[20] Daher die Betonung auf der &#8222;Rekonstruktion&#8220; verschiedener Verzweigungen der Wissenschaft in der Vergangenheit; daher die Unterstellung, dass sie von einem heutigen &#8222;pr&#228;sentischen&#8220; Leser, der kein Experte der Geschichte ist, nicht verstanden werden k&#246;nnten. Gem&#228;&#223; Hoyningen-Huene wurde dieser neue Ansatz in der Wissenschaftsgeschichte und der &#8222;neuen Geschichtsschreibung&#8220;, der in Wirklichkeit ein seit langer Zeit bestehendes Merkmal der deutschen neukantianischen Philosophie ist, in den 1970er Jahren in den Vereinigten Staaten der vorherrschende Trend.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Philosoph Georg Luk&#225;cs schrieb &#252;ber die Entwicklung des Neukantianismus nach der Revolution von 1848 in Deutschland. Die Gelehrten waren sich einig: &#8222;Dialektik ist Unsinn, ist prinzipiell unwissenschaftlich; der Weg der deutschen Philosophie von Kant zu Hegel ist ein gro&#223;er Irrweg, eine wissenschaftliche Sackgasse; zur&#252;ck zu Kant! muss die Parole der Philosophie sein.&#8220;[21] Luk&#225;cs erl&#228;utert: &#8222;die Neukantianer in der Zeit der &#8218;Sekurit&#228;t&#8216; glaubten, den neuen Feind, den Sozialismus (den dialektischen und historischen Materialismus) durch Totschweigen erledigen zu k&#246;nnen. Sie meinten: der Kantsche Agnostizismus, als allein &#8218;wissenschaftliche&#8216; philosophische Methode, kombiniert mit dem kategorischen ethischen Gebot[22], sich unbedingt dem Hohenzollernsystem[23] zu unterwerfen, reiche vollst&#228;ndig aus, um alle ideologischen Gefahren zu beseitigen.&#8220; Jeder Fortschrittsgedanke sollte begrenzt werden auf eine schrittweise Evolution innerhalb des westlichen Kapitalismus. &#8222;Jedenfalls erscheint von diesem Standpunkt aus jede Bewegung der Geschichte in Widerspr&#252;chen und Gegens&#228;tzen als reiner unwissenschaftlicher Unsinn.&#8220;[24] Luk&#225;cs brachte die Entwicklung irrationaler Tendenzen in Deutschland in Verbindung mit dem sp&#228;teren Aufstieg des Nationalsozialismus. Insofern einige liberale Neukantianer in Widerstreit mit aggressiveren Formen des Irrationalismus gerieten, war ihre mangelhafte Philosophie zu hilflos, um diesen austragen zu k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&#228;hrend Kant dem Materialismus gegen&#252;ber ambivalent war, waren seine Sch&#252;ler im 19. und 20. Jahrhundert dies nicht. Luk&#225;cs wies in Bezug auf Dilthey darauf hin: &#8220;wie bei allen modernen Kantianern werden auch bei Dilthey die Schwankungen des Meisters zum Materialismus (&#8230;) vollst&#228;ndig liquidiert.&#8220;[25] In Kuhns Schriften spiegelt sich dies wider.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zum Abschluss: Ohne Untersuchung des politischen Hintergrundes seiner Arbeit ist das Verst&#228;ndnis von Kuhns Rolle nicht vollst&#228;ndig. Fuller[26] teilt mit, dass Kuhns Mentor James Bryant Conant (1893-1978) war. Er war Pr&#228;sident der Harvard University (1933-1953), Direktor des National Defense Research Committee (NDRC) w&#228;hrend des Zweiten Weltkriegs, in welcher Eigenschaft er verantwortlich f&#252;r die &#220;berwachung des Baus der ersten Atombombe war, und in den 1950er Jahren Vorsitzender des Committee on the Present Danger (CPD), einer antikommunistischen Lobby aus dem Kalten Krieg. Conant f&#252;hrte Kuhn in das Studium der Wissenschaftsgeschichte ein. Die Struktur ist Conant gewidmet. Gem&#228;&#223; Fuller hielt Kuhn &#8222;Conants Wissenschaftspolitik f&#252;r unstrittig &#8211; sogar f&#252;r eine selbstverst&#228;ndliche Weltsicht.&#8220;[27]&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Conant gr&#252;ndete den Kurs in Harvard, um den die Struktur sich entwickelte und arrangierte f&#252;r Kuhn ein dreij&#228;hriges Harvard-Stipendium f&#252;r sein Studium der Geschichtswissenschaft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Harvard-Kurs beabsichtigte, nichtwissenschaftliche Fachleute auszubilden, die k&#252;nftige politische und Wirtschaftsf&#252;hrer der Vereinigten Staaten sein sollten. Was sollte geschehen? Conant, ehemaliger Professor f&#252;r Chemie, nahm wahr, dass die Wissenschaft im 20. Jahrhundert eine exponentielle Ausdehnung erfuhr. Die Entwicklung der Physik w&#228;hrend und nach dem Zweiten Weltkrieg erforderte gewaltige staatliche Ausgaben, die gebunden waren an die Konstruktion der Atombombe und die Expansion der milit&#228;rischen Hegemonie der USA. Es wurde unerl&#228;sslich f&#252;r die amerikanische herrschende Klasse, ihre eigene ideologische Auffassung zur Wissenschaft und Wissenschaftspolitik zu entwickeln. Viele der besten Wissenschaftler und Intellektuellen wurden vom Marxismus angezogen, sowohl durch die Perspektive des dialektischen Materialismus als auch durch die politische Anschauung, dass die Wissenschaft die Technologie einer k&#252;nftigen sozialistischen Gesellschaft zu entwickeln vermag.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Conant selbst begann das Studium der Wissenschaftsgeschichte in der Absicht, eine ideologische Auffassung hervorzubringen, die der herrschenden Klasse die Wissenschaft sichern und die Wissenschaftler nachdr&#252;cklich vom Marxismus fernhalten sollte. Er war derjenige, der die &#8222;Fallstudien&#8220; vorantrieb, in erster Linie zu Wissenschaftlern aus der Zeit vor dem 20. Jahrhundert. Er wollte charakteristische intellektuelle Eigenschaften isolieren, oder was er daf&#252;r hielt, die sich &#8222;innerhalb&#8220; der Wissenschaft befinden. Es war dieser Ansatz, dem Kuhn folgen sollte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Conants Erfolge waren begrenzt. Seine B&#252;cher, etwa Science and Common Sense (1961; [dt. Wissenschaft und Gesunder Menschenverstand]) waren schwerlich Bestseller. Indem Kuhn an die Geschichte unter verschiedenen Aspekten der hundertj&#228;hrigen neukantianischen Auffassung herantrat, die eine viel anspruchsvollere Opposition zum Marxismus darstellt als Conants hausbackener Pragmatismus, erreichte er ein unvergleichlich gr&#246;&#223;eres Publikum. Kuhns Stil ist einfach zu lesen und falls man sie nicht allzu gr&#252;ndlich pr&#252;ft, scheinen seine Ideen einfach zug&#228;nglich zu sein. Weder Conant noch Kuhn h&#228;tten den tiefgehenden Einfluss vorhersagen k&#246;nnen, den Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen in der Bildung offizieller Ideologie w&#228;hrend der vergangenen f&#252;nfzig Jahre haben sollte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Siehe auch: Einsteins Schwerkrafttheorie durch NASA-Satelliten best&#228;tigt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[1] Thomas S. Kuhn: The Structure of Scientific Revolutions, University of Chicago Press, Chicago, 3rd edition, 1996. F&#252;r die &#220;bersetzung wird aus der Ausgabe Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2006, zitiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[2] Alan Sokal: Beyond the Hoax, Oxford University Press, Oxford, 2008, S. 192 (aus dem Englischen).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[3] Thomas Nickles (Hg.): Thomas Kuhn, Cambridge University Press, Cambridge, England, 2003, S. 1 (aus dem Englischen).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[4] Steve Fuller: Thomas Kuhn, University of Chicago Press, Chicago and London, 2000, S. 31 (aus dem Englischen).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[5] Thomas S. Kuhn, op. cit., S.52.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[6] Vgl. beispielsweise &lt;a href=&#034;http://www.aip.org/history/cosmology/ideas/expanding.htm&#034; class=&#034;spip_url spip_out auto&#034; rel=&#034;nofollow external&#034;&gt;http://www.aip.org/history/cosmology/ideas/expanding.htm&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[7] Thomas S. Kuhn, op. cit., S.97-98.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[8] Thomas S. Kuhn, op. cit., S.114ff.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[9] Leo Trotzki: Das ABC der materialistischen Dialektik, in Ders.: Verteidigung des Marxismus, Essen 2006, S.59-75.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[10] Albert Einstein: Grundz&#252;ge der Relativit&#228;tstheorie (7.Auflage), Springer Verlag 2009, S.86ff.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[11] Leo Trotzki: Kultur und Sozialismus, in: Ders.: Fragen des Alltagslebens, S.188, Essen 2001&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[12] Hier &#220;bersetzung aus dem Russischen nach &#1051;. &#1058;&#1088;&#1086;&#1094;&#1082;&#1080;&#1081;: &#1044;. &#1048;. &#1052;&#1045;&#1053;&#1044;&#1045;&#1051;&#1045;&#1045;&#1042; &#1048; &#1052;&#1040;&#1056;&#1050;&#1057;&#1048;&#1047;&#1052;, &lt;a href=&#034;http://magister.msk.ru/library/trotsky/trotl961.htm&#034; class=&#034;spip_url spip_out auto&#034; rel=&#034;nofollow external&#034;&gt;http://magister.msk.ru/library/trotsky/trotl961.htm&lt;/a&gt;; die deutsche Fassung Dialektischer Materialismus und Wissenschaft in: Leo Trotzki: Denkzettel. Politische Erfahrungen im Zeitalter der permanenten Revolution, Frankfurt am Main, S.398-408 ist nicht vollst&#228;ndig. Englische Fassung: &lt;a href=&#034;http://www.marxists.org/archive/trotsky/1925/09/science.htm&#034; class=&#034;spip_url spip_out auto&#034; rel=&#034;nofollow external&#034;&gt;http://www.marxists.org/archive/trotsky/1925/09/science.htm&lt;/a&gt;;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[13] Leo Trotzki: Dialektischer Materialismus und Wissenschaft in: Ders.: Denkzettel. Politische Erfahrungen im Zeitalter der permanenten Revolution, Frankfurt am Main, S.399&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[14] Thomas S. Kuhn, op. cit., S.133.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[15] Paul Hoyningen-Huene, Thomas Kuhn's Philosophy of Science, University of Chicago Press, Chicago and London, 1993, 2. Kapitel&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[16] Paul Hoyningen-Huene, op. cit., S.35. (aus dem Englischen)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[17] Leo Trotzki: Dialectical Materialism and Science, &lt;a href=&#034;http://www.marxists.org/archive/trotsky/1925/09/science.htm&#034; class=&#034;spip_url spip_out auto&#034; rel=&#034;nofollow external&#034;&gt;http://www.marxists.org/archive/trotsky/1925/09/science.htm&lt;/a&gt; (Englische Fassung)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[18] Leo Trotzki: Radioaktivit&#228;t und Materialismus, in: Ders.: Denkzettel. Politische Erfahrungen im Zeitalter der permanenten Revolution, Frankfurt am Main 1981, S.410 (Auszug aus Dialektischer Materialismus und Wissenschaft)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[19] M. Friedman, in: Thomas Nickles (Hg.), op. cit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[20] Hoyningen-Huene, op. cit. S. 20. (aus dem Englischen)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[21] Georg Luk&#225;cs: Die Zerst&#246;rung der Vernunft, Luchterhand Verlag, Neuwied am Rhein/Berlin-Spandau 1962, S. 356&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[22] Der Kantische Agnostizismus ist die Auffassung, dass die materielle Welt unerkennbar ist, wie oben im Text ausgef&#252;hrt. Der Kantische moralische Imperativ ist die Annahme einer zeitlosen menschlichen Moral, wie von Leo Trotzki in Ihre Moral und unsere erl&#228;utert. Vgl. Leo Trotzki: Fragen des Alltagslebens, Essen 2001, S. 211-248.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[23] Die Hohenzollern stellten das Herrscherhaus Preu&#223;ens.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[24] Georg Luk&#225;cs , op. cit. S. 356f.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[25] Georg Luk&#225;cs , op. cit. S. 364.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[26] Fuller, op.cit. besonders Kap. 3 &amp; 4.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[27] Fuller, op.cit. S. 6.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Rosa Luxemburg - Sozialreform oder Revolution?</title>
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		<title>Friedrich Engels Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats</title>
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		<title>Friedrich Engels Grunds&#228;tze des Kommunismus </title>
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		<title>Manifest der Kommunistischen Partei, Karl Marx &#8211; Friedrich Engels</title>
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